Samstag, 16. Juli 2011

CH-Atommülllager ungelöst

Diese Woche veröffentlichte die Kommission für nukleare Sicherheit KNS die Stellungnahme über den Bericht NTB 10-01 der Nagra. Die KNS analysiert den Stand der Untersuchung im Bereich der Atommülllagerung und zeigt, dass Grundlagen fehlen. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES geht noch einen Schritt weiter: Der Entsorgungsnachweis ist aufzuheben, solange grundlegende Fragen nicht gelöst sind.

In Etappe 2 sollen die Lagerkonzepte einer grundsätzlichen Prüfung unterzogen werden, fordert die KNS. In die Überprüfung muss das gesamte Spektrum von machbaren Lagerkonzepten (zum Beispiel die Auslegung der Stollen und der Zugang zum Lager mittels Schacht ohne Rampe) einbezogen werden. Die SES unterstützt diese Forderung und fordert eine grundsätzliche Überprüfung des Entsorgungskonzepts. Die SES wird ein Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Konzept nicht akzeptieren. Ebenfalls noch völlig unklar ist, welcher der sicherste Standort sein soll: Die beiden Standorte für hochaktive Abfälle (HAA) Nördlich Lägern und Bözberg (Jura-Ost) sind geologisch komplizierter als der dritte im Zürcher Weinland (Zürich Nord-Ost), und dennoch weniger gut abgeklärt. Das 2D-Seismikmessnetz ist auch in den Regionen der Standortgebiete Jura-Südfuss und Südranden zu verdichten. Die KNS empfiehlt für alle Standortregionen zusätzliche Untersuchungen. Nach diesen Untersuchungen fordert die KNS zudem einen Marschhalt, um eine Lagebeurteilung vorzunehmen.

Die SES geht einen Schritt weiter und fordert Gleichstand des Wissens zwischen den Regionen so schnell wie möglich
- sicher aber bevor Standorte ausgeschlossen werden. Dazu gehören 3D-Seismik (zumindest für HAA-Standorte) und spezifische Bohrungen, analog dem Zürcher Weinland. Die Fakten zeigen einmal mehr: Die Atommülllagerung ist nicht gelöst. Es gibt zu viele offene Fragen, fehlt ein eigentliches Lager-Konzept und die nötigen geologischen Untersuchungen. Die SES fordert deshalb, dass der Entsorgungsnachweis aufgehoben wird. Die Sicherheit der Entsorgung ist erst nachgewiesen, wenn alle grundlegenden Fragen geklärt sind und ein sicheres Konzept vorliegt.

Quelle: Schweizerische Energiestiftung SES

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