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Mittwoch, 18. Januar 2017
AKW-Subventionen sind teurer SVP-Plan
Sonntag, 16. Oktober 2016
Versicherung gegen Atomunfall
Worum geht es?
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Donnerstag, 5. März 2015
Britische Atombeihilfen verklagt
Der deutsche Ökostromanbieter Greenpeace Energy verklagt die Europäische Kommission, weil diese milliardenschwere Beihilfen für den Bau des britischen AKW Hinkley Point C genehmigt hat.
„Der hoch subventionierte Atomstrom von dort wird den europäischen Wettbewerb spürbar verzerren. Auch in Deutschland werden die Börsenpreise für Strom beeinflusst“, sagt Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy: „Weil dieser Effekt engagierte Ökostromanbieter wie uns wirtschaftlich benachteiligt, ziehen wir vor Gericht.“ Sobald die Beihilfegenehmigung der Kommission im offiziellen EU-Amtsblatt erschienen ist und die Klagefrist beginnt, wird Greenpeace Energy eine so genannte Nichtigkeitsklage beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg einreichen.Die von der EU-Kommission im vergangenen Oktober genehmigten Staatsbeihilfen für den Bau der zwei Druckwasserreaktoren im Südwesten Englands belaufen sich auf umgerechnet rund 22 Milliarden Euro. Sie beinhalten unter anderem eine garantierte Einspeisevergütung in Höhe von rund elf Cent pro Kilowattstunde für den in Hinkley Point C produzierten Atomstrom. Hinzu kommen staatliche Kreditgarantien sowie ein Inflationsausgleich. Die daraus resultierende Vergütung liegt weit über der für Wind- oder Solarstrom in Deutschland.
Ein von Greenpeace Energy in Auftrag gegebenes Gutachten des Analysehauses Energy Brainpool zeigt, dass Hinkley Point C zu einer Verschiebung des Preisniveaus auf dem europäischen Strommarkt führen wird. Demnach benachteiligt ein sinkender Börsenstrompreis in Deutschland vor allem jene Versorger, die Ökostrom in der so genannten „Sonstigen Direktvermarktung“ einkaufen, also zu fixen Preisen direkt bei den Anlagenbetreibern. „Anders als Premier Cameron behauptet, ist ein mit vielen Steuermilliarden gepäppelter Reaktorneubau in Hinkley Point eben keine rein britische Angelegenheit“, sagt Sönke Tangermann, „sondern benachteiligt ganz direkt uns als deutsches Unternehmen, das am Strombinnenmarkt agiert.“
Daneben führt der AKW-Neubau in Großbritannien laut der Analyse von Energy Brainpool zu höheren Stromkosten bei den Verbrauchern. Aufgrund der Preiseffekte durch Hinkley Point C dürften hierzulande die Kosten für das EEG-System steigen, weil den Betreibern von EEG-Anlagen mit fester Vergütung künftig eine größere Differenz zum Börsenstrompreis gezahlt werden muss. Dadurch stiege auch die EEG-Umlage leicht. Auch wenn dies nicht zwangsläufig zu höheren Strompreisen führe, sei die Belastung des EEG-Systems ein Skandal, so Tangermann.
Die schädlichen Effekte für Binnenmarkt und Wettbewerb werden sich aus Sicht von Greenpeace Energy sogar noch vervielfachen, wenn der von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vorgestellte europäische Investitionsfonds in Kraft tritt. Der geplante Fonds mit 315 Milliarden Euro hat in Großbritannien und mehreren anderen EU-Staaten bereits Begehrlichkeiten geweckt, Beihilfen für weitere geplante Atomkraftwerke zu erhalten. Zudem sollen nach dem Willen der EU die grenzübergreifenden Stromleitungen massiv ausgebaut werden, was die im Energy-Brainpool-Gutachten berechneten negativen Effekte noch einmal massiv verstärken würde.
Greenpeace Energy sieht in der Beihilferegelung für Hinkley Point C einen Präzedenzfall für andere Reaktorprojekte, die zu noch stärkeren Verwerfungen auf dem europäischen Energiemarkt führen dürften. „Wenn es bei der Genehmigung durch die Kommission bleibt, ist Hinkley Point nur die Spitze des Eisbergs“, sagt Sönke Tangermann, „deshalb rufen wir die deutsche Bundesregierung auf, ebenfalls rechtliche Schritte gegen die unfairen Beihilfen für Hinkley Point C einzuleiten. Sie muss diesen Türöffner für weitere riskante und absurd teure Atomkraftprojekte in Europa verhindern.“
Montag, 25. November 2013
Atomstrom kostet 36 Rp. / KWh
Um diese Aussage noch besser abstützen zu können, hat sich die SES auf die Suche nach den versteckten Kosten der Schweizer Atomkraftwerke gemacht. In der neuen Studie «Atomvollkosten – Was der Atomstrom wirklich kostet» können Sie nachlesen, was uns der Schweizerische Atomstrom „all inclusive“ dereinst kosten könnte.
Für die Kostenberechnung hat die SES wie der Bund eine Laufzeit von 50 Jahren angenommen sowie die bisherigen Forschungsausgaben und realistischen Eigenkapitalkosten aufgerechnet. Nicht einmal dabei sind die „Nebenkosten“ des Uranabbaus. In drei Szenarien variieren die Versicherungsprämien und „Back-End-Kosten“ für Stilllegung und Entsorgung.
Das Resultat: Atomstrom kostet pro Kilowattstunde (KWh) „all inclusive“ zwischen 16 und 59 Rappen. Bereits die vom Bundesrat geforderte 30% Reserve für die Entsorgung plus die Versicherungskosten für einen mit Fukushima vergleichbaren Unfall würde den Atomstrom um 11 Rappen/kWh verteuern. Rechnet man aufgrund praktischer Erfahrungen beim Bau von Grossprojekten (etwa NEAT) einen „Sicherheitszuschlag“ von 100% beim Endlagerbau hinzu, und geht man von der fiktiven Schadenssumme aus, die das Bundesamt für Zivilschutz für einen Störfall in der Schweiz berechnet hat, kostet der Atomstrom 36 Rappen. Auf 59 Rappen schlägt das Pendel aus, wenn wir Unfallkosten aus deutschen Studien und die jährliche Verteuerung der Endlager-Baukosten hinzuziehen.
Wenn man nicht will, dass künftige Generationen die Entsorgungskosten berappen müssen, dann müsste der Entsorgungsfonds jetzt massiv vergrössert werden. Und, so schreibt die SES weiter: «Wenn wir nicht wollen, dass wie in Japan das Volk für die Kosten der Kernschmelze aufkommen muss, dann müssten wir endlich eine ernsthafte Haftpflichtversicherung für AKW-Betreiber einführen. Denn niemand entschädigt Ihnen heute den Wert Ihrer Immobilie, wenn Sie diese wegen eines Atomunfalls für Jahrzehnte verlassen müssen.»
Florian Brunner, der Autor der Studie, kommt zum Schluss: «Niemand weiss genau, wie teuer uns die 50 Jahre Schweizer Atomstrom dereinst zu stehen kommen, aber schon heute ist sicher, dass jede hier produzierte Kilowattstunde teurer gewesen sein wird, als der Strom aus Wasserkraft“.
» Studie als PDF zum Downloaden
» Interview mit Florian Brunner, Autor der Studie
Quelle: Schweizerische Enerige Stiftung SES
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Dienstag, 14. Mai 2013
So geht das mit Atomsubventionen
Mitte März hatte das britische Ministerium für Energie und Klimawandel eine grundsätzliche Zusage zum Konzept für das 14 Milliarden Pfund (16,5 Milliarden Euro) teure Projekt in der Grafschaft Somerset gegeben. Es sollen in unmittelbarer Nähe zu zwei bestehenden Kraftwerksblöcken (zwei weitere sind seit dem Jahr 2000 stillgelegt) zwei neue Blöcke mit zusammen rund 3,2 Gigawatt Leistung gebaut werden. Wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung droht das Projekt jedoch zu scheitern. EDF als inzwischen einziger Bewerber fordert nach Berichten verschiedener britischer Medien einen Garantiepreis: Nach Angaben des Finanznachrichtenportals »This is Money« stehen hierfür 9,5 Pence (11,23 Cent) je Kilowattstunde über einen Zeitraum von 35 Jahren im Raum.
Dies entspricht etwa dem Doppelten des derzeitigen Strommarktpreises in England und ist auch deutlich mehr als die gegenwärtige (und nur über 20 Jahre garantierte) Vergütung von 10,82 Cent je Kilowattstunde für Strom aus großen Solarkraftwerken in Deutschland. Eine für vergangene Woche erwartete Einigung zwischen der Regierung und EDF ist bislang indes offenbar noch nicht zustande gekommen, keine der beiden Parteien hat hierzu eine Meldung verlauten lassen. Großbritannien plant bis 2025 insgesamt 16 Gigawatt an neuen Kernkraftwerken zu errichten.
Quelle: PHOTON
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Donnerstag, 3. Mai 2012
Finanzdebakel bei Neubau
Das Projekt könnte
erheblich teurer werden, weil sich Genehmigungsprobleme und erhöhte
Sicherheitsanforderungen nach der Atomkatastrophe in Fukushima
abzeichnen. Zudem ist die Atommüllentsorgung ungeklärt - zusammen mit
dem am Ende fälligen Rückbau des Reaktors könnte diese bis zu 18,7
Milliarden Euro kosten. Laut offizieller Planung soll das
Atomkraftwerk bereits im Jahr 2020 ans Netz gehen. "Der Zeitplan ist
reines Wunschdenken, in Wahrheit sind die Genehmigungsrisiken so groß,
dass es zu erheblichen Verzögerungen und zu einer Kostenexplosion
kommen wird. E.on sollte aus diesem atomaren Irrsinnsprojekt sofort
aussteigen", sagt Riedl. Aufgrund
des Atomunfalls in Fukushima werden derzeit in Finnland neue
Sicherheitsanforderungen für den Neubau von Atomkraftwerken erarbeitet.
Damit das Pyhäjoki-Projekt diese verschärften Vorschriften erfüllen
kann, müssen vermutlich neue Sicherheitsnachweise erbracht und die
Auslegung des Reaktors geändert werden. Dies könnte erhebliche
Konsequenzen für Kosten und Zeitplan des Projektes haben, so die
Gutachter von Intac/Cervus Consulting, Autoren der ersten Studie. Zudem ist der geplante Reaktor ein Prototyp - kein vergleichbarer Meiler wurde bislang mit einer solch hohen Leistung ausgestattet. Damit steigen die Sicherheitsanforderungen zusätzlich, was zu Komplikationen bei der Genehmigung des Reaktors führen kann. Dies erlebt Finnland gerade beim Bau eines Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) im finnischen Olkiluoto (siehe geographische Karte). Die Kosten haben sich hier auf über sechs Milliarden Euro verdoppelt. Außerdem soll der Reaktor statt wie geplant im Jahr 2009 frühestens 2014 ans Netz gehen.
Für den Atommüll des geplanten AKW in Pyhäjoki gibt es bislang keine Entsorgungsoption. Wahrscheinlich muss dafür ein eigenes Endlager gefunden werden - dadurch könnten weitere Kosten in Höhe von bis zu 18,7 Milliarden Euro entstehen, errechnet das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) in der zweiten Studie.
Das Atomkraftwerksprojekt in Pyhäjoki wird von dem internationalen Konsortium Fennovoima betrieben. E.on ist mit einem Anteil von 34 Prozent der größte Anteilseigner, weitere 68 finnische Firmen sind daran beteiligt. Areva hat ein Angebot für einen EPR mit einer Leistung von 1700 Megawatt vorgelegt, Toshiba-Westinghouse ein Angebot für einen Fortgeschrittenen Siedewasserreaktor (ABWR) mit 1600 Megawatt. Das Projekt ist bereits jetzt um ein Jahr verzögert.
Freitag, 7. Oktober 2011
Asse kostet Milliarden
126.000 Fässer. Das sind 126.000 Erinnerungen. Daran, dass Atomkraft eben doch nicht so sauber ist, wie von den Lobbyisten behauptet. 126.000 Fässer mit radioaktiven Müll lagern im Bergwerk Asse südöstlich von Wolfenbüttel. Und eben diese 126.000 Fässer sind nicht vergraben und vergessen: Weil das Bergwerk einsturzgefährdet ist, wird eine Lösung für den vergrabenen Atommüll gesucht.
Es ist ein nuklearer OP-Saal, 750 Meter tief in der Erde. Der Boden frisch gefliest, zusätzlich ausgelegt mit PVC-Platten. Die sind leicht zu dekontaminieren, falls doch mal was daneben geht, was keiner hofft. Der Zugang zur Atommüll-Kammer Nummer sieben, in der das riesige Bohrgerät steht, ist hell erleuchtet. Es ist Strahlen-Kontrollgebiet. Davor hat man eine Art Zeltdorf aus Metallstreben und weißen Planen gebaut. Wer hier hinein will, muss durch drei Sicherheits-Schleusen hindurch. Wer hinaus will, ebenso. Eine spezielle Dusche zur Dekontaminierung gibt es auch - falls jemand zu viel Strahlung abbekommen hat.

Hier protestiert Robin-Wood gegen die Asse. (Foto: Robin Wood)
Endlich wird es ernst in der Asse. Schon vor knapp einem Jahr sollte die "heiße Phase" in dem maroden Atomlager in Niedersachsen beginnen. Der Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), wollte möglichst schnell mit dem Anbohren von zwei der 13 Müllkammern beginnen, in denen Atomabfälle lagern – in vermutlich zerplatzten, zerdrückten und verrosteten Fässern. Doch die Sache verzögerte sich. Erst mussten 32 Sicherheitsauflagen des niedersächsischen Umweltministeriums erfüllt werden. Jetzt soll es bis Ende dieses Jahres soweit sein.
Das frühere Kali- und Salzbergwerk Asse II, gelegen in einem lieblichen, nur sechs Kilometer langen Höhenzug in der Nähe von Wolfenbüttel, diente von 1967 bis 1978 als "Versuchslager" für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Seit 1988 tritt hier Wasser ein, zudem ist die Anlage einsturzgefährdet. Um sie zu sanieren, müssen die abgekippten 126.000 Atomfässer – oder was davon übrig ist – geborgen, wieder übertage geschafft und in ein anders Endlager gebracht werden. Ein Gutachten des TÜV hatte ergeben, das insgesamt 31,3 Kilogramm Plutonium in Asse liegen.
Die Bergung der Fässer würde voraussichtlich mindestens acht Jahre dauern. Der Plan: In einem Drei-Schicht-Betrieb werden jeden Tag 85 Fässer an die Oberfläche geschafft und von dort in ein neu zu bauendes, 25 Hektar großes Zwischenlager. Dort würden sie neu verpackt ("konditioniert") und dann per Lkw und/oder Zug in ein Endlager geschafft, wahrscheinlich Schacht Konrad bei Salzgitter.
"Das Standrohr für den Bohrer sitzt", sagt Asse-Betriebsleiter Harald Hegemann. Das heißt: Es ist alles bereit, um die Expedition durch 27 Meter Beton, Asphalt und Bitumen zu starten, die den Zugang zu Kammer sieben verschließen. Vor 30 Jahren hat der damalige Asse-Betreiber - dem Helmholtz-Zentrum - die Kammer damit verschlossen, wohl in der – heute weiß man, irrwitzigen - Meinung, die darin liegenden 4.300 Nuklearfässer auf ewig vergessen zu können. Rund eine Woche, schätzt Hegemann, wird es dauern, bis seine Bohr-Fachmänner durch sind. "Es ginge auch in einem Tag, theoretisch", meint er. Aber nicht hier. Der Bohrer, zehn Zentimeter dick, wird nur ganz langsam, vorsichtig, mit laufenden Checks, durch den Betonpropfen getrieben. Ein spezieller "Blowout-Preventer" verhindert, dass radioaktive Gase oder Partikel aus dem frisch gebohrten Loch strömen können. Zudem ist Schutzkleidung Pflicht. Man trägt Spezialhandschuhe, gleich drei übereinander. Sicherheit hat Vorrang vor Schnelligkeit.
In der Kammer angelangt, schicken die Asse-Techniker dann Spezialsonden durch das aufgebohrte Loch. Sie bringen Licht ins Dunkel, dann eine Kamera, um Fotos zu machen, ebenso Sensoren, die den Druck messen und Luftproben nehmen. Erst dann wird man genauer wissen, was in den Asse-Kammern wirklich los ist. Mit der Bohrung beginnt die vermutlich weltweit teuerste Sanierung eines Atomlagers. Kosten von zwei Milliarden Euro gelten als Minimum, die höchste Schätzung liegt bei vier Milliarden. BfS-Chef Wolfram König wollte sich jetzt beim Vorort-Termin in der Asse auf keine Zahl festlegen lassen. "Nicht seriös" sei das, angesichts der vielen Unwägbarkeiten bei dem Projekt.
Ursprünglich sollte die Brennelemente-Steuer genutzt werden, um die Kosten abzudecken. Erstens aber fällt deren Einnahme-Volumen nach dem Atomausstieg deutlich geringer aus, als von der Politik geplant. Zweitens hat sie jüngst ein Gericht für verfassungswidrig erklärt. Zwar steht eine endgültige Klärung in der nächsten Instanz noch aus. Es steht aber zu vermuten, dass es auch bei der Asse so ist wie bei vielen anderen Vergünstigungen der Atomwirtschaft: Es zahlt der Steuerzahler, also wir alle.
Bis heute kann niemand sagen, ob das überhaupt funktioniert. Das Bundesamt wird an den beiden "Test-Kammern" erproben, ob es möglich ist, die Fässer und die sie umgebende, wahrscheinlich kontaminierte Salzgrus-Masse zu bergen. Das Problem: Die Kammern könnten instabil werden, wenn sie Zug um Zug ausgeräumt werden. Steht radioaktiv verseuchtes Wasser in ihnen, wird die Bergung noch schwieriger. Man wird mit ferngesteuerte Maschinen arbeiten, um die Strahlenbelastung der Arbeiter zu minimieren. Dabei wird sich zeigen, ob sie auch bei der viele Jahre dauernden Sanierungsprozedur unter den Grenzwerten liegen würde.

Das Atommülllager Asse ist stark einsturzgefährdet. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat zudem hohe Strahlenwerte gemessen. (Foto: Bundesamt für Strahlenschutz)
Die Zeit drängt. Denn es ist unklar, wie lange das marode Bergwerk noch sicher ist. "Wir können maximal zehn Jahre in die Zukunft schauen", sagt Amtschef König. Aber eine genaue Prognose ist schwierig. Niemand weiß nämlich, ob der Wassereintritt in das Bergwerk wie bisher relativ stabil bleibt. Oder ob er plötzlich ansteigt. Derzeit laufen 12.000 Liter pro Tag aus dem Deckgebirge in den Salzstock hinein. Sie werden aufgefangen, in einem großen Becken gesammelt und nach oben gepumpt. Auch die vierfache Menge wäre noch zu beherrschen. Wird es aber mehr, kann keiner ein "Absaufen" des ganzen Bergwerks ausschließen.
Das wäre der Notfall, der Unter-Tage-GAU. Zwar versucht das Strahlenschutz-Bundesamt sich auch auf diese Fall vorzubereiten. Es lässt in den Stollen auf der 750-Meter Ebene Betonbarrieren bauen, die einfließendes Wasser stoppen oder ablenken sollen - gewaltige Pfropfen, bis zu 60 Meter dick. Doch damit wäre nur Zeit gewonnen, um die Atommüll-Kammern mit Spezialbeton abzudichten und den "Angriff" des Wassers auf die Fässer hinauszuzögern. "Das ist ein Notfallschutz", sagt Behördenchef König. Aber verhindern kann den Notfall eben niemand.
Quelle: klimaretter.info / Joachim Wille
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