Die Anklage lautet auf nicht angemeldete Versammlung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Mehr als die Hälfte der Angeklagten sind Mitglieder der Umweltorganisation Greenpeace, die die Demonstration organisiert hatte. Sie entrollten ein Transparent mit der Aufschrift "Sag nein zum schmutzigen Atom-Deal" und trugen Shirts, auf denen der Spruch "Die Türkei will keine Atomkraft" stand.
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Das Atomkraftwerk, das in der Provinz Mersin im östlichen Mittelmeerraum in Zusammenarbeit mit Russland errichtet werden soll, soll 2017 ans Netz gehen. Die Atom-Gegner bemängeln fehlende Sicherheit: Es sei von Erdbeben bedroht. Darüber hinaus sei der Deal mit Russland hinter verschlossenen Türen zustande gekommen. "Atomkraft ist eine antiquierte Form der Energieversorgung", erklärten die Aktivisten den türkischen Grünen zufolge. Insgesamt will die Türkei drei Atomkraftwerke bauen, um unabhängiger von Energielieferungen aus dem Ausland zu werden. Das zweite soll 2023 ans Netz angeschlossen werden. Vor dem Gerichtsgebäude in Ankara demonstrierten während der Verhandlung am Donnerstag weitere Atomkraftgegner. "Auch wir sind gegen Atomkraft, verurteilt auch uns", erklärten sie per Transparent. Die Verhandlung wurde aus Verfahrensgründen auf den 12. Januar verlegt.
klimaretter.info
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