Nur mit kurzen Leitern ausgerüstet überwanden die Greenpeace-Leute
heute in den Morgenstunden den Zaun des AKW Beznau. Rund 100 Aktivisten
sind laut der Organisation auf das Gelände vorgedrungen. Greenpeace
fordert die sofortige Stilllegung des Atomkraftwerkes.
Trotzdem
sagt Tobias Kistner, Mediensprecher des Konzerns Axpo, der des AKW
betreibt, dass das Sicherungskonzept funktioniert habe. Das Eindringen
der Personen habe unmittelbar einen Alarm ausgelöst. Die Kantonspolizei
sei sofort informiert worden und ausgerückt. Wie Roland Pfister,
Sprecher der Aargauer Kantonspolizei sagt, war die erste Patrouille
wenige Minuten nach dem Eingang des Alarms vor Ort. Später seien
Dutzende Polizisten nachgekommen. Laut Pfister führt das AKW-Gelände an
einer öffentlichen Strasse vorbei. Die Aktivisten hätten so bis zum
Areal fahren oder gehen können. Eine Aussage zum Sicherheitskonzept
wollte er nicht machen. Dies sei Sache des Betreibers.
Laut
der Axpo schreibt das Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) lediglich
vor, dass die Kraftwerke so gesichert sein müssten, dass Unbefugte nicht
ungehindert das Gelände betreten könnten. Der Absperrzaun sei nicht
dazu da, ein Eindringen komplett zu verhindern, sondern zu verzögern, zu
erschweren und zu detektieren.
Das Ensi bestätigt diese Aussage.
Sprecher Sebastian Hueber vergleicht das Sicherheitskonzept eines AKW
mit einer Zwiebel. Nur weil die äussere Schale überwunden worden sei,
bestehe nicht automatisch eine Gefahr. In einem Papier des Ensi ist von
einem «Schutz in die Tiefe» die Rede. Zwar sind Zäune, Schranken oder
ein Durchfahrtsschutz Vorschrift. Auch das Ensi schreibt aber von einem«
verzögern des Eindringen der Täterschaft». Die Sicherheitskonzepte der
Schweizer AKW werde zudem regelmässig überprüft. Sie seien diesbezüglich
«fit». Es habe heute
keine Gefahr weder für das Werk noch für die Mitarbeiter oder die
Umwelt bestanden, sagt die Axpo. Auch für Greenpeace-Leute sei es
unmöglich, in irgendwelche sicherheitsrelevante Bereiche wie in einen
Kommandoraum eindringen zu können.
Noch läuft am Nachmittag die Besetzung
des AKW Beznau. Die Aktivisten verhalten sich laut der Polizei sehr
ruhig und kooperativ. Es sei auch nicht zu Gewaltanwendung gekommen.
Rund 40 Personen seien indentifiziert worden und hätten inzwischen das
Gelände verlassen. Sie würden wegen Hausfriedensbruchs bei der
Staatsanwaltschaft angezeigt. Noch hängen aber einige Aktivisten
an Seilen am Reaktorgebäude. Man bemühe sich um die Kontaktaufnahme mit
diesen Personen, um ihre weiteren Absichten in Erfahrung zu bringen. Die
Polizei gehe davon aus, dass die Leute kein Interesse hätten, acht
Stunden lang an einem Seil zu hängen, hielt Pfister fest. Die Polizei
werde sicherlich nicht gewaltsam jemanden herunterholen und eine
Auseinandersetzung provozieren.
Quelle: Diverse Agenturen
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... dokumentiert die Fallstricke der Atomindustrie; ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.com); ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte; ... Unterstützung mit Zahlung von 20 CHF auf Konto: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland auch BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke!
Mittwoch, 5. März 2014
Samstag, 1. März 2014
Fukushima: Strahlenwerte viel höher
Drei Jahre nach dem Reaktorunfall im japanischen Fukushima ist noch
keine Lösung in Sicht. Wegen Rissen in der Reaktorhülle fliessen riesige
Mengen stark kontaminierten Kühlwassers ununterbrochen ins Grundwasser.
Allein im Reaktor 1 sind es etwa 80 Tonnen täglich. Und Tepco hat mitgeteilt, dass die bisherigen Messwerte einiger
radioaktiver Stoffe viel zu tief gewesen seien.
Kürzlich bekanntgegebene Rekordwerte haben die japanische Bevölkerung erschüttert. Tepco hat mitgeteilt, dass die bisherigen Messwerte einiger radioaktiven Stoffe viel zu tief gewesen seien. Die Messmethode sei falsch gewesen. Beispielweise wurden im Grundwasser unterhalb Reaktor 2 im Juli 2013 900‘000 Becquerels pro Liter Betastrahlung inklusive Strontium 90 gemessen. Zwei Monate später – mit der jetzt richtigen Messmethode – waren es mit Strontium 90 allein 5 Millionen Becquerels pro Liter. Diesen Rekordwert machte Tepco erst Anfang Februar bekannt. Hochgerechnet auf die gesamte Betastrahlung, könnten es damals 10 Millionen Becquerels pro Liter gewesen sein, korrigiert Tepco daraus.
Eine neue, zuverlässigere Messmethode ist erst im Oktober 2013 eingeführt worden. Tepco will die damals entnommenen und aufbewahrten Wasserproben nochmals analysieren. Der Vorstand des Sicherheitsamtes (Nuclear Regulation Authority), Shunichi Tanaka, kommentierte an einer Pressekonferenz: «Tepco fehlen grundlegende Kenntnisse über die Messung radioaktiver Belastung. Wir müssen sie besser instruieren und strenger kontrollieren.»
Mitte Februar wurden im Grundwasser bei Reaktor 2 erneut Rekordwerte erreicht. Diesmal mit Cäsium 134 und 137: 130‘000 Becquerels pro Liter. Einen Tag zuvor waren es an derselben Stelle noch 76‘000 Becquerels. Den Grund für diese Schwankungen kennt niemand.
Zur Zeit sind immer noch knapp 140‘000 Einwohner der Präfektur Fukushima evakuiert. Indirekte Folgen der Reaktor-Katastrophe wie etwa Stress wegen der langandauernden Evakuation haben hier bisher bereits 1656 Todesopfer gefordert – in dieser Präfektur sind mehr als wegen des Erdbeben und des Tsunami zusammen. Bei insgesamt 74 der bisher rund 270‘000 untersuchten Kinder und Jugendlichen wurde Krebs diagnostiziert – oder zumindest vermutet. Über 600 Kinder stehen unter intensiver Beobachtung. Täglich arbeiten 3000 Personen an den Aufräumarbeiten der Reaktoren, bisher insgesamt 32‘000 Mann – unter hochbelastenden, miserablen Bedingungen.
Quelle: Nikkan-Gendai, Kyodo-Tsushin, Mainichi-Shinbun, CNIC / Schweizerische Energie Stiftung
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Kürzlich bekanntgegebene Rekordwerte haben die japanische Bevölkerung erschüttert. Tepco hat mitgeteilt, dass die bisherigen Messwerte einiger radioaktiven Stoffe viel zu tief gewesen seien. Die Messmethode sei falsch gewesen. Beispielweise wurden im Grundwasser unterhalb Reaktor 2 im Juli 2013 900‘000 Becquerels pro Liter Betastrahlung inklusive Strontium 90 gemessen. Zwei Monate später – mit der jetzt richtigen Messmethode – waren es mit Strontium 90 allein 5 Millionen Becquerels pro Liter. Diesen Rekordwert machte Tepco erst Anfang Februar bekannt. Hochgerechnet auf die gesamte Betastrahlung, könnten es damals 10 Millionen Becquerels pro Liter gewesen sein, korrigiert Tepco daraus.
Eine neue, zuverlässigere Messmethode ist erst im Oktober 2013 eingeführt worden. Tepco will die damals entnommenen und aufbewahrten Wasserproben nochmals analysieren. Der Vorstand des Sicherheitsamtes (Nuclear Regulation Authority), Shunichi Tanaka, kommentierte an einer Pressekonferenz: «Tepco fehlen grundlegende Kenntnisse über die Messung radioaktiver Belastung. Wir müssen sie besser instruieren und strenger kontrollieren.»
Mitte Februar wurden im Grundwasser bei Reaktor 2 erneut Rekordwerte erreicht. Diesmal mit Cäsium 134 und 137: 130‘000 Becquerels pro Liter. Einen Tag zuvor waren es an derselben Stelle noch 76‘000 Becquerels. Den Grund für diese Schwankungen kennt niemand.
Zur Zeit sind immer noch knapp 140‘000 Einwohner der Präfektur Fukushima evakuiert. Indirekte Folgen der Reaktor-Katastrophe wie etwa Stress wegen der langandauernden Evakuation haben hier bisher bereits 1656 Todesopfer gefordert – in dieser Präfektur sind mehr als wegen des Erdbeben und des Tsunami zusammen. Bei insgesamt 74 der bisher rund 270‘000 untersuchten Kinder und Jugendlichen wurde Krebs diagnostiziert – oder zumindest vermutet. Über 600 Kinder stehen unter intensiver Beobachtung. Täglich arbeiten 3000 Personen an den Aufräumarbeiten der Reaktoren, bisher insgesamt 32‘000 Mann – unter hochbelastenden, miserablen Bedingungen.
Quelle: Nikkan-Gendai, Kyodo-Tsushin, Mainichi-Shinbun, CNIC / Schweizerische Energie Stiftung
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Sonntag, 23. Februar 2014
Krise in Fukushima ohne Ende
Drei
Jahre nach der verheerenden Atomkatastrophe im japanischen Fukushima ist kein Ende
der Krise in Sicht. Sechs ExpertInnen und ZeugInnen haben letzte Woche
gemeinsam mit Greenpeace Japan die Regionen um das havarierte
Atomkraftwerk bereist und an einer Pressekonferenz in Tokio die Probleme der Menschen vor Ort verdeutlicht.
"Mit der Dokumentationsreise möchten wir der Weltöffentlichkeit die Wahrheit über Fukushima zeigen. Die Menschen in der Region leiden heute stärker denn je unter den Folgen der Atomkatastrophe und ihr Schicksal wird von der japanischen Regierung ignoriert", sagt Hisayo Takada, Energieexpertin von Greenpeace Japan. Durch die Evakuierung der Präfektur Fukushima wurden mehr als 150.000 Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. In einigen Teilen der Region wurden die Bewohner jedoch erst Wochen nach der Katastrophe über die Evakuierung informiert und waren so der Strahlung über einen langen Zeitraum hinweg direkt ausgesetzt.
"Bis heute tut die Regierung so, als wäre die Krise vorbei. Es wird bewusst falsch informiert und den Opfern erzählt, dass sie irgendwann in ihre Häuser zurückkehren können. Das Kalkül dahinter ist klar: So müssen Kompensationszahlungen nicht bereitgestellt werden", so Takada. Bis heute leben etwa 100.000 Menschen in temporären Behausungen und wurden bisher nicht angemessen entschädigt. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind nach einer erneuten Panne im havarierten Atomkraftwerk weitere etwa 100 Tonnen kontaminiertes Wasser ausgetreten. Die fortwährenden Zwischenfälle machen deutlich, dass weder die japanische Regierung noch die Betreiberfirma TEPCO die anhaltende Sicherheitskrise in den Griff bekommen kann.
"Obwohl die Situation in Fukushima ständig die Risiken in Erinnerung ruft und nukleare Energie mit enormen Kosten verbunden ist, droht hier in Europa eine Renaissance der Atomkraft", führt Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin von Greenpeace in Österreich, aus. Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer Strategie für die zukünftige Energieaufbringung bis 2030. "Länder wie Großbritannien, Tschechien oder Ungarn setzen sich massiv für das Vorantreiben der Atomenergie für den zukünftigen Energiemix in der EU ein. Europa muss aber Lehren aus Fukushima ziehen und jetzt die Weichen für die Energiewende stellen", fordert Kerschbaumsteiner abschließend.
Quelle: Greenpeace Österreich 2014
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"Mit der Dokumentationsreise möchten wir der Weltöffentlichkeit die Wahrheit über Fukushima zeigen. Die Menschen in der Region leiden heute stärker denn je unter den Folgen der Atomkatastrophe und ihr Schicksal wird von der japanischen Regierung ignoriert", sagt Hisayo Takada, Energieexpertin von Greenpeace Japan. Durch die Evakuierung der Präfektur Fukushima wurden mehr als 150.000 Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. In einigen Teilen der Region wurden die Bewohner jedoch erst Wochen nach der Katastrophe über die Evakuierung informiert und waren so der Strahlung über einen langen Zeitraum hinweg direkt ausgesetzt.
"Bis heute tut die Regierung so, als wäre die Krise vorbei. Es wird bewusst falsch informiert und den Opfern erzählt, dass sie irgendwann in ihre Häuser zurückkehren können. Das Kalkül dahinter ist klar: So müssen Kompensationszahlungen nicht bereitgestellt werden", so Takada. Bis heute leben etwa 100.000 Menschen in temporären Behausungen und wurden bisher nicht angemessen entschädigt. Wie erst jetzt bekannt wurde, sind nach einer erneuten Panne im havarierten Atomkraftwerk weitere etwa 100 Tonnen kontaminiertes Wasser ausgetreten. Die fortwährenden Zwischenfälle machen deutlich, dass weder die japanische Regierung noch die Betreiberfirma TEPCO die anhaltende Sicherheitskrise in den Griff bekommen kann.
"Obwohl die Situation in Fukushima ständig die Risiken in Erinnerung ruft und nukleare Energie mit enormen Kosten verbunden ist, droht hier in Europa eine Renaissance der Atomkraft", führt Julia Kerschbaumsteiner, Atomsprecherin von Greenpeace in Österreich, aus. Die Europäische Union arbeitet derzeit an einer Strategie für die zukünftige Energieaufbringung bis 2030. "Länder wie Großbritannien, Tschechien oder Ungarn setzen sich massiv für das Vorantreiben der Atomenergie für den zukünftigen Energiemix in der EU ein. Europa muss aber Lehren aus Fukushima ziehen und jetzt die Weichen für die Energiewende stellen", fordert Kerschbaumsteiner abschließend.
Quelle: Greenpeace Österreich 2014
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Montag, 17. Februar 2014
Donnerstag, 13. Februar 2014
AUS für Beznau / Mühleberg gefordert
Die
beiden ältesten Schweizer Atomkraftwerke Mühleberg und Beznau sollen
unverzüglich abgeschaltet werden. Das fordert Dieter Majer, ehemaliger
Leiter der Abteilung «Sicherheit kerntechnischer Einrichtungen» des
deutschen Bundesumweltministeriums und langjähriger Vorsitzender
der Deutsch-Schweizerischen Kommission für die Sicherheit
kerntechnischer Einrichtungen DSK.
In seiner heute den Medien vorgestellten Studie vergleicht er deren aktuellen Sicherheitszustand mit den heutigen Anforderungen für AKW - dem Stand von Wissenschaft und Technik. Er kommt dabei zu einem vernichtenden Urteil: Die beiden ältesten Werke sind von den heutigen Sicherheitsanforderungen weit entfernt und stellen ein untragbares Risiko für die Bevölkerung dar. Die Studie hat Majer im Auftrag von Greenpeace und der Schweizerischen Energie-Stiftung SES verfasst.
Studie unter www.energiestiftung.ch/files/ses_gp_studie_risiko_altreaktoren_schweiz.pdf
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In seiner heute den Medien vorgestellten Studie vergleicht er deren aktuellen Sicherheitszustand mit den heutigen Anforderungen für AKW - dem Stand von Wissenschaft und Technik. Er kommt dabei zu einem vernichtenden Urteil: Die beiden ältesten Werke sind von den heutigen Sicherheitsanforderungen weit entfernt und stellen ein untragbares Risiko für die Bevölkerung dar. Die Studie hat Majer im Auftrag von Greenpeace und der Schweizerischen Energie-Stiftung SES verfasst.
Die
Schweizer Atomkraftwerke, allen voran Mühleberg und Beznau, gehören
weltweit zu den ältesten Anlagen. Die Grundkonzepte stammen zum Teil aus
den 1960-er Jahren und weisen schon allein deshalb gegenüber modernen
Anlagen Defizite auf. Hinzu kommen weitgehend unerforschte
Alterungsprozesse, wie etwa die Versprödung des Stahls des
Reaktordruckbehälters durch Neutronenstrahlung. Man müsse auf Proben und
Modellrechnungen vertrauen und dass sich die Materialien überall gleich
verhielten - auch in Bereichen, die gar nicht zugänglich seien, erklärt
Dieter Majer.«Das ist weder verlässlich noch vertrauenswürdig und
entspricht nicht dem Sicherheitsbegriff, wie ich ihn mir vorstelle.»
AKW-Betreiber
würden immer wieder versichern, die älteren Kernkraftwerke seien
runderneuert und verfügten über modernste Technik. Ihr Sicherheitsniveau
sei mit dem neuerer Anlagen vergleichbar. «Diese Aussage ist falsch»,
hält Dieter Majer fest. Sicherheitsnachteile und konzeptionelle
Schwächen der alten Bauweise bestünden in älteren Anlagen weitgehend
weiter. Man könne schrauben und drehen, aber wie auch immer man es
anstelle: das Ergebnis bleibe Stückwerk, so das Fazit der Studie.
Dem
Problem der fehlenden Sicherheit werde mit dem Begriff «Stand der
Nachrüsttechnik» beizukommen versucht. Dieser werde aber nur in der
Schweiz verwendet und weil ihm keine international anerkannten
Richtlinien und Kriterien zu Grunde lägen, sei er inhaltsleer. Der
Sicherheitsbegriff werde dadurch sehr beliebig formbar, hält die Studie
fest. Die vom ENSI im Einzelfall geforderten Nachrüstungen
seien
denn auch nicht das Ergebnis eines systematischen Vergleiches mit den
heutigen Sicherheitsanforderungen, sondern die Bilanz der Möglichkeiten,
welche Massnahmen in den veralteten Anlagen überhaupt umsetzbar seien.
Dieter
Majer, der Autor der Studie, stellt klar: «Insbesondere die Anlagen in
Mühleberg und Beznau sollten wegen der bestehenden Sicherheitsdefizite
unverzüglich abgeschaltet werden!» Und Jürg Buri, Geschäftsleiter der
Schweizerischen Energiestiftung, folgert im Namen der beiden
Organisationen SES und Greenpeace: «Die Risiken alter Atomkraftwerke
werden hierzulande von allen Seiten verharmlost. Wir brauchen jetzt eine
verschärfte und klar definierte Gesetzgebung. Das Parlament ist
gefordert!»
«Nur
mit einer Laufzeitbeschränkung für die bestehenden Anlagen kann das
Unfallrisiko begrenzt werden», kommentiert Florian Kasser, Atomexperte
bei Greenpeace. Ein Bauverbot für neue AKW alleine genüge nicht. «Mit
dem Atomausstieg, wie Bundesrätin Doris Leuthard ihn will, ist die
Bevölkerung wegen der fortdauernden Sicherheitsmängel, etwa aufgrund des
zunehmenden Alters, grösseren Risiken ausgesetzt als vorher – obwohl
spätestens seit Fukushima das Gegenteil gelten müsste.»
Weitere Informationen
Dieter
Majer, Dipl. Ing., ehem. Leiter der Abteilung «Sicherheit
kerntechnischer Einrichtungen» des deutschen Bundesumweltministeriums,
Mobile +49 15222035959
Jürg Buri, Geschäftsleiter SES, Mobile +41 (0) 78 627 84 14
Florian Kasser, Atomcampaigner Greenpeace Schweiz, Mobile +41 (0) 76 345 26 55
Katia Schär, Kommunikationsverantwortliche SES, Mobile +41 (0) 79 4328325
Studie unter www.energiestiftung.ch/files/ses_gp_studie_risiko_altreaktoren_schweiz.pdf
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Montag, 27. Januar 2014
Axpo: Verzicht auf russischen Brennstoff
Greenpeace begrüsst den Entscheid der Axpo, definitiv auf Mayak-Uran zu verzichten . Damit stoppt der Schweizer AKW-Betreiber Uran-Bezüge aus einer
Atomanlage, die im laufenden Betrieb grosse Mengen von Radioaktivität
freisetzt und seit Jahren das ganze Gewässersystem einer Region
kontaminiert. Für Greenpeace ist aber klar: Mit diesem Entscheid wird
Atomstrom nicht sauber.
Mit dem Entscheid kommt die Axpo einer
Greenpeace-Forderung nach. Bereits 2009 hatte die Umweltorganisation in
einer Recherche nachgewiesen, dass die Axpo Wiederaufarbeitungsuran aus
der russischen Anlage Mayak bezieht, obwohl das Stromunternehmen dies
damals bestritt. Im Herbst 2010 gab die Axpo die Uran-Bezüge in einem
Interview mit der Rundschau schliesslich zu. Seither versuchte das
Unternehmen den russischen Atom-Komplex mit halbherzigen
Transparenzbemühungen in ein gutes Licht zu rücken. Florian Kasser,
Atomexperte von Greenpeace Schweiz, sagt: «Der Druck von Greenpeace hat
gewirkt. Axpo musste einsehen, dass die massiven radioaktiven
Verseuchungen, welche die Mayak-Anlage verursacht, nicht mit den eigenen
Umwelt- und Sicherheitsstandards vereinbar sind.»
Doch auch wenn der Bezug-Stopp von Majak-Uran eine positive Nachricht darstellt, kann diese nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Atomstrom auch in Zukunft dreckig bleiben wird. «Die Uran-Förderung und –bearbeitung sind überall auf der Welt mit massiven Umweltschäden und häufig mit Menschenrechtsverletzungen verbunden», sagt Kasser. Die Axpo kann ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele nur erfüllen, wenn sie sich konsequent hinter den Atomausstieg stellt und die Stilllegung ihrer Atomkraftwerke vorantreibt. «Sauber ist ein Atomkraftwerk nur, wenn es abgeschaltet ist», stellt Kasser klar. Solange dies nicht geschieht, wird Greenpeace Druck ausüben, damit die Schweizer Atomkraftwerke nur Uran von Lieferanten beziehen, welche die höchsten Umwelt-Standards erfüllen. Auch die Einhaltung der Menschenrechte sowie demokratische Grundstrukturen am Produktionsort müssen Voraussetzungen für Geschäfte in diesem Bereich darstellen.
Axpo setzt zurzeit Mayak-Uran im Atomkraftwerk Beznau ein. Neben der Axpo bezieht auch das Atomkraftwerk Gösgen (Aktionäre: Alpiq, Axpo, CKW, Stadt Zürich, Stadt Bern) Uran aus der russischen Anlage. In den kommenden Wochen muss die Führung von Gösgen über neue Lieferverträge entscheiden. Greenpeace erwartet, dass auch Gösgen auf Mayak-Uran verzichtet und zukünftig nur mit Lieferanten arbeitet, welche ihre Produktionsbedingungen transparent darstellen und ihre Umweltbelastung versuchen zu minimieren.
Quelle: Greenpeace Schweiz
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Doch auch wenn der Bezug-Stopp von Majak-Uran eine positive Nachricht darstellt, kann diese nicht über die Tatsache hinwegtäuschen, dass Atomstrom auch in Zukunft dreckig bleiben wird. «Die Uran-Förderung und –bearbeitung sind überall auf der Welt mit massiven Umweltschäden und häufig mit Menschenrechtsverletzungen verbunden», sagt Kasser. Die Axpo kann ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele nur erfüllen, wenn sie sich konsequent hinter den Atomausstieg stellt und die Stilllegung ihrer Atomkraftwerke vorantreibt. «Sauber ist ein Atomkraftwerk nur, wenn es abgeschaltet ist», stellt Kasser klar. Solange dies nicht geschieht, wird Greenpeace Druck ausüben, damit die Schweizer Atomkraftwerke nur Uran von Lieferanten beziehen, welche die höchsten Umwelt-Standards erfüllen. Auch die Einhaltung der Menschenrechte sowie demokratische Grundstrukturen am Produktionsort müssen Voraussetzungen für Geschäfte in diesem Bereich darstellen.
Axpo setzt zurzeit Mayak-Uran im Atomkraftwerk Beznau ein. Neben der Axpo bezieht auch das Atomkraftwerk Gösgen (Aktionäre: Alpiq, Axpo, CKW, Stadt Zürich, Stadt Bern) Uran aus der russischen Anlage. In den kommenden Wochen muss die Führung von Gösgen über neue Lieferverträge entscheiden. Greenpeace erwartet, dass auch Gösgen auf Mayak-Uran verzichtet und zukünftig nur mit Lieferanten arbeitet, welche ihre Produktionsbedingungen transparent darstellen und ihre Umweltbelastung versuchen zu minimieren.
Quelle: Greenpeace Schweiz
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Donnerstag, 16. Januar 2014
AKW Olkiluoto erneut verspätet
Das finnische Atomkraftwerk Olkiluoto hätte 2009 nach fünf Jahren
Bauzeit ans Netz angeschlossen werden sollen. Nun hat sich die Prognose
für die Fertigstellung des fünften finnischen Atomkraftwerks ein
weiteres Mal verzögert. Es werde "frühestens" 2017 ans Netz gehen,
lauten die neuesten inoffiziellen Schätzungen von Experten.
Der Betreiber TVO hofft immer noch auf eine Inbetriebnahme 2016. Der französische Areva-Konzern, der mit dem Bau des neuen Reaktors seinerzeit beauftragt wurde und dafür nach wie verantwortlich ist, hatte im Dezember weitere Kündigungen auf der Baustelle angekündigt. Mittlerweile fragt man sich in Finnland hinter kaum noch vorgehaltener Hand, ob das Atomkraftwerk jemals fertig wird. Areva ließ den Veröffentlichungstermin für die Neuberechnung der Fertigstellungsprognose zu Jahresbeginn laut der Wirtschaftszeitung "Kauppalehti" ohne Angabe von Gründen verstreichen.
Bis heute ist unklar, wer für die Milliardenverluste, die durch die jahrelange Verzögerung entstanden sind und weiter in die Höhe klettern, aufkommen wird. Ursprünglich war das Projekt mit 3,5 Mrd. Euro veranschlagt worden. Mittlerweile werden die Gesamtkosten auf 8,5 Mrd. Euro geschätzt.
Der Neubau des AKW war 2002 vom finnischen Parlament nach langer Diskussion beschlossen worden. Mit der Entscheidung begann damals eine weltweite Renaissance der Atomenergie, nachdem davor seit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 nirgends neue Atomkraftwerke gebaut worden waren.
Quelle: Diverse Agenturen
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Der Betreiber TVO hofft immer noch auf eine Inbetriebnahme 2016. Der französische Areva-Konzern, der mit dem Bau des neuen Reaktors seinerzeit beauftragt wurde und dafür nach wie verantwortlich ist, hatte im Dezember weitere Kündigungen auf der Baustelle angekündigt. Mittlerweile fragt man sich in Finnland hinter kaum noch vorgehaltener Hand, ob das Atomkraftwerk jemals fertig wird. Areva ließ den Veröffentlichungstermin für die Neuberechnung der Fertigstellungsprognose zu Jahresbeginn laut der Wirtschaftszeitung "Kauppalehti" ohne Angabe von Gründen verstreichen.
Bis heute ist unklar, wer für die Milliardenverluste, die durch die jahrelange Verzögerung entstanden sind und weiter in die Höhe klettern, aufkommen wird. Ursprünglich war das Projekt mit 3,5 Mrd. Euro veranschlagt worden. Mittlerweile werden die Gesamtkosten auf 8,5 Mrd. Euro geschätzt.
Der Neubau des AKW war 2002 vom finnischen Parlament nach langer Diskussion beschlossen worden. Mit der Entscheidung begann damals eine weltweite Renaissance der Atomenergie, nachdem davor seit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 nirgends neue Atomkraftwerke gebaut worden waren.
Quelle: Diverse Agenturen
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