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Donnerstag, 30. August 2012
Zwei AKW sofort ersetzbar
In der Schweiz fehlen die Fördergelder für alternative Energie-Projekte. Die Liste der Ökostrom-Projekte, die nicht finanziert werden können, wird länger und länger. Rund 21‘000 Anträge liegen auf Eis. Würden all diese Projekte verwirklicht, könnte damit der Strom von zwei Atomkraftwerken produziert werden.
Quelle: SF 10vor 10
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Mittwoch, 31. August 2011
Energieagentur vollzieht Wende
Es gibt viele Vorhersagen zur wachsenden Bedeutung der Solarenergie im Speziellen und der Erneuerbaren im Allgemeinen. Doch was jetzt die Internationale Energieagentur (IEA) verlauten lässt, ist nach deren früheren Einschätzungen erstaunlich. Sagte sie doch stets eine anhaltende Vormachtstellung der fossilen Energieträger voraus – jetzt erfolgt ein radikaler Kurswechsel.
Gemäss der Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) wird Energie aus Photovoltaik- und Solarthermiekraftwerken bis zum Jahr 2060 demnach rund 60 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken und damit zur wichtigsten Energiequelle. Die IEA bestätigte ihre neue Vorhersage vorab gegenüber der Fachzeitschrift PHOTON. Die zugrunde liegende Solarstudie wird allerdings erst im November 2011 erscheinen. Bisher war die Energieagentur davon ausgegangen, dass Solarstrom bis zum Jahr 2050 lediglich etwa 21 Prozent des globalen Energiehungers stillen kann.
Bloomberg meldet derweilen, dass die IEA auch für den restlichen Weltenergiebedarf den anderen Erneuerbaren die entscheidende Rolle zuerkennt: Windenergie, Wasserkraft und Biomasse kommen dafür in Frage. Cédric Philibert, Senioranalyst in der Abteilung Erneuerbare Energien der IEA (siehe Bild)sagte gegenüber der Wirtschaftsagentur: «Photovoltaik und Solarthermie (im Grossen wie im Kleinen) werden zur weltweit wichtigsten Energiequelle. Und das bei insgesamt deutlich erhöhter Stromproduktion.» Und Philibert weist auch auf die Bedeutung der Entwicklung für die Klimafrage hin: Er stellt eine 90prozentige Senkung des CO2-Ausstosses der Energiebranche nach der Wende in Aussicht. Er wird seine Erkenntnisse anfangs September an einer Energiekonferenz im deutschen Kassel detaillierter umreissen. Die umfassenden neuen Erkenntnisse der IEA, die einem echten Paradigmenwechsel gleichkommen, werden also gegen Ende des Jahres als eigenständige Solarstudie veröffentlicht. Mit der Vorhersage verbunden wirdn seitens der Organisation mit Sitz in Paris die Aufforderung, von den hervorragenden Renditeaussichten künftiger Projekte zur Nutzung Erneuerbarer Energien Gebrauch zu machen. Bloomberg selbst weist darauf hin, dass die 17 Einzelanlagen Bloomberg Large Solar Energy Index derzeit einen Marktwert von 27 Milliarden $ aufwiesen – gegenber dem rund 100mal grösseren Marktvolumen des MSCI World Energy Index’s mit 119 enthaltenen Unternehmen.
Quellen: PHOTON Europe GmbH / Bloomberg
© Solarmedia
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Gemäss der Prognose der Internationalen Energieagentur (IEA) wird Energie aus Photovoltaik- und Solarthermiekraftwerken bis zum Jahr 2060 demnach rund 60 Prozent des weltweiten Strombedarfs decken und damit zur wichtigsten Energiequelle. Die IEA bestätigte ihre neue Vorhersage vorab gegenüber der Fachzeitschrift PHOTON. Die zugrunde liegende Solarstudie wird allerdings erst im November 2011 erscheinen. Bisher war die Energieagentur davon ausgegangen, dass Solarstrom bis zum Jahr 2050 lediglich etwa 21 Prozent des globalen Energiehungers stillen kann.
Bloomberg meldet derweilen, dass die IEA auch für den restlichen Weltenergiebedarf den anderen Erneuerbaren die entscheidende Rolle zuerkennt: Windenergie, Wasserkraft und Biomasse kommen dafür in Frage. Cédric Philibert, Senioranalyst in der Abteilung Erneuerbare Energien der IEA (siehe Bild)sagte gegenüber der Wirtschaftsagentur: «Photovoltaik und Solarthermie (im Grossen wie im Kleinen) werden zur weltweit wichtigsten Energiequelle. Und das bei insgesamt deutlich erhöhter Stromproduktion.» Und Philibert weist auch auf die Bedeutung der Entwicklung für die Klimafrage hin: Er stellt eine 90prozentige Senkung des CO2-Ausstosses der Energiebranche nach der Wende in Aussicht. Er wird seine Erkenntnisse anfangs September an einer Energiekonferenz im deutschen Kassel detaillierter umreissen. Die umfassenden neuen Erkenntnisse der IEA, die einem echten Paradigmenwechsel gleichkommen, werden also gegen Ende des Jahres als eigenständige Solarstudie veröffentlicht. Mit der Vorhersage verbunden wirdn seitens der Organisation mit Sitz in Paris die Aufforderung, von den hervorragenden Renditeaussichten künftiger Projekte zur Nutzung Erneuerbarer Energien Gebrauch zu machen. Bloomberg selbst weist darauf hin, dass die 17 Einzelanlagen Bloomberg Large Solar Energy Index derzeit einen Marktwert von 27 Milliarden $ aufwiesen – gegenber dem rund 100mal grösseren Marktvolumen des MSCI World Energy Index’s mit 119 enthaltenen Unternehmen.
Quellen: PHOTON Europe GmbH / Bloomberg
© Solarmedia
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Freitag, 19. November 2010
Atomenergie und das Klima
Kann Atomkraft einen Beitrag zur Lösung der Klimaproblematik leisten? Eine kontroverse Auseinandersetzung mit Starbesetzung blieb ohne eindeutiges Ergebnis. Und kann ein Überfluss an Erneuerbaren Energien - vor allem der solaren - dazu führen, auf weit gehende und teure Energiesparmassnahmen zu verzichten? Die Kernfragen der Energiepolitik werden derzeit neu formuliert.
Es sind gegensätzliche Anliegen: Auf der einen Seite steht die These im Raum, wir bräuchten für die Zukunft alle Optionen, die fossilen Energien zu ersetzen – also auch die Atomenergie. Auf der anderen soll plötzlich genügend Erneuerbare Energie verfügbar sein – das hiesse ja auch, es brauche Atomenergie sowieso nicht mehr. Auf beiden Ebenen widmet sich derzeit die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH-Z) dieser neu lancierten energiepolitischen Diskussion.
Beurteilen den Beitrag der Atomenergie zur Lösung der Klimaproblematik unterschiedlich: ETH-Professor Horst-M. Prasser und Michael Sailer vom Oeko-Institut in Darmstadt (Foto: Guntram Rehsche).
Gestern Abend trafen an einer gut besuchten Veranstaltung der ETH deren Nuklear-Professor Horst-M. Prasser und Michael Sailer vom Oeko-Institut Darmstadt aufeinander. Letzterer sieht das grösste Problem einer Renaissance der Atomenergie bei den Kapazitäten. Es sei kaum möglich, mehrere hundert neue AKW zu bauen, die für einen substantiellen Beitrag zum Abbau der fossilen Energienutzung und damit zu einer CO2-Minderung nötig wären. Denn es fehlten sowohl die Rohstoffe für den Bau wie vor allem die Fachleute für Planung und Betrieb solcher Anlagen. Dem hielt Prasser entgegen, dass an der ETH nun immerhin wieder 40 bis 50 Studenten in seinen Vorlesungen sässen und der Nuklear-Master-Lehrgang von einem guten Dutzend Leute besucht würden, darunter sogar Frauen.
Kontrovers ist auch die Frage, wie viel Treibhausgas die Produktion von Atomenergie verursacht. Gemäss Sailer stammen unterschiedliche Angaben von unterschiedlichen Aufbereitungsprozessen des Urans. Werde die bisher gängige Methode verwandt, so falle wegen hohen Energieaufwands mehr CO2 an, die neuere Ultrazentrifugen-Lösung verursache weniger Emissionen. Sie sei aber umgekehrt heikel, weil sie erleichtere, waffenfähiges Uran zu erzeugen. Wie überhaupt die vermehrte Anwendung von Atomenergie die Frage der Proliferation stelle – also, ob die Technologie nicht in unberufene Hände gelangt.
Alexancer Wokau, Leiter des Labors für Kernenergiesysteme, fügte bei, Atomenergie besitze bezüglich des CO2-Ausstosses genauso wie die Erneuerbaren einen deutlichen Vorteil gegenüber den Fossilen – unter diesem Aspekt spiele es also keine Rolle, ob Photovoltaik oder Atomenergie zur Anwendung gelange.. Zur CO2-Belastung der Atomenergie weist eine Übersichtsstudie darauf hin, dass die von der ETH resp. vom PSI angenommenen Werte von 6 bis 10 Gramm CO2/kWh wohl tief angesetzt sind (siehe Sovacool, B.K. «Valuing the Greenhouse Gas Emissions from Nuclear Power: A Critical Survey» in Energy Policy - www.nirs.org/climate/background/sovacool_nuclear_ghg.pdf).
In der Radio-Konsumentensendung Espresso von heute Freitag nahm die Zürcher Stadträtin Claudia Nielsen zur einer anderen, von der ETH aufgeworfenen Frage Stellung, die durchaus einen Zusammenhang mit der oben gestellten Atomfrage hat. Wird künftig so viel an Erneuerbarer Energie zur Verfügung stehen, dass sich Energiesparmassnahmen gar nicht mehr aufdrängen? Nielsen mag nicht so recht an dieses Konzept glauben, sieht aber auf jeden Fall die Möglichkeit, dass «viele Wege nach Rom führten».
Dass die Erneuerbaren ein derart immenses Potential aufweisen, hatte ETH-Professor Hansjürg Leibundgut vergangene Woche an der Baumesse in Bern in den Raum gestellt (siehe Solarmedia vom 13. November 2010). Er verknüpft in unterdessen mehreren Beispielen energetisch gut gedämmte Häuser mit einer Erdspeicherung, in die Wärme im Sommer eingelagert und im Winter über Wärmepumpen nutzbar gemacht wird – womit Gebäude autark von externer Energiezufuhr würden, vorausgesetzt auch der für den Wärmepumpenbetrieb nötige zusätzliche Strom könnte durch gebäudeeigene Solaranlagen erzeugt werden. Noch tobt eine heftige Auseinandersetzung über die konkrete Realisierbarkeit dieser Frage – unter anderem auch in einer der grossen Zürcher Wohnbaugenossenschaften, wo ein solche Anergie-Netz erstellt werden soll (weitere Angaben unter www.viagialla.ch).
Die gestellten Fragen finden insofern zusammen, als eine positive Antwort zur Möglichkeit energieautarker Gebäude die Notwendigkeit der Atomenergie abschlägig beantworten würde. Der Atomenergie erwächst an einer weiteren Front Widerstand, nämlich an wohl bedeutendsten, der wirtschaftlichen. Die Vermutung sei gewagt, Atomenergie erledige sich demnächst von allein – die Abfallproblematik allerdings bleibt erhalten.
© Solarmedia
Es sind gegensätzliche Anliegen: Auf der einen Seite steht die These im Raum, wir bräuchten für die Zukunft alle Optionen, die fossilen Energien zu ersetzen – also auch die Atomenergie. Auf der anderen soll plötzlich genügend Erneuerbare Energie verfügbar sein – das hiesse ja auch, es brauche Atomenergie sowieso nicht mehr. Auf beiden Ebenen widmet sich derzeit die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH-Z) dieser neu lancierten energiepolitischen Diskussion.
Beurteilen den Beitrag der Atomenergie zur Lösung der Klimaproblematik unterschiedlich: ETH-Professor Horst-M. Prasser und Michael Sailer vom Oeko-Institut in Darmstadt (Foto: Guntram Rehsche).Gestern Abend trafen an einer gut besuchten Veranstaltung der ETH deren Nuklear-Professor Horst-M. Prasser und Michael Sailer vom Oeko-Institut Darmstadt aufeinander. Letzterer sieht das grösste Problem einer Renaissance der Atomenergie bei den Kapazitäten. Es sei kaum möglich, mehrere hundert neue AKW zu bauen, die für einen substantiellen Beitrag zum Abbau der fossilen Energienutzung und damit zu einer CO2-Minderung nötig wären. Denn es fehlten sowohl die Rohstoffe für den Bau wie vor allem die Fachleute für Planung und Betrieb solcher Anlagen. Dem hielt Prasser entgegen, dass an der ETH nun immerhin wieder 40 bis 50 Studenten in seinen Vorlesungen sässen und der Nuklear-Master-Lehrgang von einem guten Dutzend Leute besucht würden, darunter sogar Frauen.
Kontrovers ist auch die Frage, wie viel Treibhausgas die Produktion von Atomenergie verursacht. Gemäss Sailer stammen unterschiedliche Angaben von unterschiedlichen Aufbereitungsprozessen des Urans. Werde die bisher gängige Methode verwandt, so falle wegen hohen Energieaufwands mehr CO2 an, die neuere Ultrazentrifugen-Lösung verursache weniger Emissionen. Sie sei aber umgekehrt heikel, weil sie erleichtere, waffenfähiges Uran zu erzeugen. Wie überhaupt die vermehrte Anwendung von Atomenergie die Frage der Proliferation stelle – also, ob die Technologie nicht in unberufene Hände gelangt.
Alexancer Wokau, Leiter des Labors für Kernenergiesysteme, fügte bei, Atomenergie besitze bezüglich des CO2-Ausstosses genauso wie die Erneuerbaren einen deutlichen Vorteil gegenüber den Fossilen – unter diesem Aspekt spiele es also keine Rolle, ob Photovoltaik oder Atomenergie zur Anwendung gelange.. Zur CO2-Belastung der Atomenergie weist eine Übersichtsstudie darauf hin, dass die von der ETH resp. vom PSI angenommenen Werte von 6 bis 10 Gramm CO2/kWh wohl tief angesetzt sind (siehe Sovacool, B.K. «Valuing the Greenhouse Gas Emissions from Nuclear Power: A Critical Survey» in Energy Policy - www.nirs.org/climate/background/sovacool_nuclear_ghg.pdf).
In der Radio-Konsumentensendung Espresso von heute Freitag nahm die Zürcher Stadträtin Claudia Nielsen zur einer anderen, von der ETH aufgeworfenen Frage Stellung, die durchaus einen Zusammenhang mit der oben gestellten Atomfrage hat. Wird künftig so viel an Erneuerbarer Energie zur Verfügung stehen, dass sich Energiesparmassnahmen gar nicht mehr aufdrängen? Nielsen mag nicht so recht an dieses Konzept glauben, sieht aber auf jeden Fall die Möglichkeit, dass «viele Wege nach Rom führten».
Dass die Erneuerbaren ein derart immenses Potential aufweisen, hatte ETH-Professor Hansjürg Leibundgut vergangene Woche an der Baumesse in Bern in den Raum gestellt (siehe Solarmedia vom 13. November 2010). Er verknüpft in unterdessen mehreren Beispielen energetisch gut gedämmte Häuser mit einer Erdspeicherung, in die Wärme im Sommer eingelagert und im Winter über Wärmepumpen nutzbar gemacht wird – womit Gebäude autark von externer Energiezufuhr würden, vorausgesetzt auch der für den Wärmepumpenbetrieb nötige zusätzliche Strom könnte durch gebäudeeigene Solaranlagen erzeugt werden. Noch tobt eine heftige Auseinandersetzung über die konkrete Realisierbarkeit dieser Frage – unter anderem auch in einer der grossen Zürcher Wohnbaugenossenschaften, wo ein solche Anergie-Netz erstellt werden soll (weitere Angaben unter www.viagialla.ch).
Die gestellten Fragen finden insofern zusammen, als eine positive Antwort zur Möglichkeit energieautarker Gebäude die Notwendigkeit der Atomenergie abschlägig beantworten würde. Der Atomenergie erwächst an einer weiteren Front Widerstand, nämlich an wohl bedeutendsten, der wirtschaftlichen. Die Vermutung sei gewagt, Atomenergie erledige sich demnächst von allein – die Abfallproblematik allerdings bleibt erhalten.
© Solarmedia
Freitag, 22. Oktober 2010
Verzerrte Preisrelationen
Die Preisrelationen stimmen einfach nicht - immer wieder wird vom gegenüber der Solarenergie viel tieferen AKW-Strom-Preisniveau fabuliert, in einer Kurzdarstellung gilt jedochdoch:
Solarstrom aus grösseren Anlagen kostet heute unter 40 Rp. / kWh (Angebote an Solarstrombörse EW Zürich) - nur diesen vergleichen wir sinnvollerweise mit dem AKW-Strom aus Grösstanlagen. Preise von PV-Strom sinken nicht wenig, sondern 10-20% jährlich.
Neue AKW werden Strom nie für 6/7 Rp / kWh produzieren, siehe Kostenexplosion in Oikiluoto und Flamanville sowie Projektrückzug in USA (Atominfomedia vom 16. Oktober 2010).
Auch alte AKW decken mit 6/7 Rp. niemals alle Kosten (minimale Haftpflicht, Umweltschäden Uranabbau, unabsehbare Entsorgungskosten).
Solarstrom braucht nicht grössere Speicher, als mit den heute vorhandenen und geplanten Pumpspeicherkraftwerken verfügbar sind.
Wäre schön, es würde hierzulande endlich auch vom deutschen Zwischenlager Asse Kenntnis genommen - allein dessen Sanierung kostet mindestens 4 Mrd € - die aber nicht auf Strompreis geschlagen werden, sondern die deutschen SteuerzahlerInnen berappen.
© Atominfomedia
Solarstrom aus grösseren Anlagen kostet heute unter 40 Rp. / kWh (Angebote an Solarstrombörse EW Zürich) - nur diesen vergleichen wir sinnvollerweise mit dem AKW-Strom aus Grösstanlagen. Preise von PV-Strom sinken nicht wenig, sondern 10-20% jährlich.
Neue AKW werden Strom nie für 6/7 Rp / kWh produzieren, siehe Kostenexplosion in Oikiluoto und Flamanville sowie Projektrückzug in USA (Atominfomedia vom 16. Oktober 2010).
Auch alte AKW decken mit 6/7 Rp. niemals alle Kosten (minimale Haftpflicht, Umweltschäden Uranabbau, unabsehbare Entsorgungskosten).
Solarstrom braucht nicht grössere Speicher, als mit den heute vorhandenen und geplanten Pumpspeicherkraftwerken verfügbar sind.
Wäre schön, es würde hierzulande endlich auch vom deutschen Zwischenlager Asse Kenntnis genommen - allein dessen Sanierung kostet mindestens 4 Mrd € - die aber nicht auf Strompreis geschlagen werden, sondern die deutschen SteuerzahlerInnen berappen.
© Atominfomedia
Samstag, 9. Oktober 2010
Fallstricke der Atomenergie
Die Diskussion um die Energiezukunft wird seitens der AKW-Befürworter zunehmend mit dem Verweis geführt, die Erneuerbaren könnten nur mit der Atomtechnologie zusammen die anstehenden Versorgungsprobleme lösen. Dass dies ein Irrweg ist, begründet Solarmedia-Autor Guntram Rehsche - und weist auf die Solarenergie als zentrale Alternative.Atomenergie hat schlicht zu viele Fallstricke, als dass wir auf sie bauen könnten für die künftige Energieversorgung. Selbst wenn wir einzelne Hindernisse aus dem Weg räumen - wie die Verfügbarkeit von Uran, über die wir uns gemäss verschiedenen Quellen keine Sorgen machen müssten - so bleiben doch viele andere Unwägbarkeiten, die die Atomenergie disqualifizieren. Diese sind (in einer kurzen Zusammenfassung):
- Unsicherheit der Anlagen: Immer wieder auftretende Probleme hängen mit der nie auszuschliessenden Fehlbarkeit menschlichen Verhaltens zusammen. Die Verkettung unglücklicher Umstände ist eben doch möglich, wie zuletzt Vorfälle in Schweden zeigten. Oder anders ausgedrückt: Es gibt eben doch Schwarze Schwäne - also als (fast) unmöglich eingestufte Ereignisse (wie die zuletzt als unmöglich erachtete weltumspannende Krise der Finanzmärkte). Und schliesslich liegt das «unmögliche» Tschernobyl zwar schon bald 25 Jahre zurück - aber in historischer Sicht immer noch nahe unserer Zeit.
- Verwundbarkeit und Terrorgefährdung: Seien es Flugzeugabstürze (gewollte und terrorgesteuerte oder ungewollte) oder direkte Angriffe auf die Sicherheit (Angriffe auf Zulieferung oder Abtransport oder direkte) - die Bedenken sind sowohl bezüglich bestehender wie neu zu bauender AKW längst nicht ausgeräumt. Dass Länder wie China, Iran und Nordkorea die Atomtechnologie vorantreiben, wirkt bezüglich der Weltsicherheit auch nicht gerade beruhigend.
- Fehlende Versicherung: Eines der schlagenden Argumente gegen die Verwendung der Atomtechnologie ist jenes der fehlenden Versicherbarkeit gegen Schäden. Die Haftpflicht bewegt sich auf Mininiveau, je nach Land - das Schadenpotential geht in die Hunderte von Milliarden, und keiner versicherts, weder privat noch der Staat. Wenn der grosse Schaden doch so unwahrscheinlich wäre, müsste sich ein Versicherer ob des todsicheren Geschäfts doch die Hände reiben und den hohen Schaden eben gern versichern, da er doch nie eintritt.
- Abfallentsorgung: Der ganze Aufwand, der auch heute schon getrieben wird bezüglich der Entsorgung, ist ja eindrücklich - und auch teuer. Er zeigt vor allem eines: dass diese Entsorgung eben entgegen aller Behauptungen höchst problematisch und äusserst kostenintensiv ist. Grüssen lässt das Zwischenlager Asse in Deutschland, das nun mit Milliardenaufwand (zulasten der SteuerzahlerInnen!) saniert werden muss - womit aber bezüglich Lagerung kein Problem gelöst sein wird, sondern nur bereits entstandener Schaden vielleicht beseitigt sein wird.
- Dinosauriertechnologie und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Man muss kein Prophet sein um vorauszusagen, dass das Beharren auf den Atomplänen wiederum Millionen von Menschen in ganz Europa auf die Strasse treiben wird. Das als unbegründet und ideologisch abzutun, ist - man / frau entschuldige die für emotionale Entgleisung - nichts wie dumm und realitätsfremd. Denn die Bedenken sind ebenso wie die Angst vor der Dinosauriertechnologie Atom nun mal vorhanden und zweitens nicht durchs Band abwegig. Der Schaden der neu aufflammenden Protestbewegung ist unabsehbar - und wird auch das politische Gefüge gehörig durcheinander wirbeln. Schon heute bedanken sich in Deutschland die Grünen für die Laufzeitenverlängerung, die sie zur Volkspartei werden lassen.
- Verdrängung der Erneuerbaren: Die auf lange Zeit weiter bestehende Verfügbarkeit von Atomstrom wird effektiv zur tödlichen Konkurrenz der Erneuerbaren. Schon heute werden in Deutschland Windanlagen abgeschaltet, weil zu viel Atomstrom ins Netz drängt - trotz der gesetzlich vorgeschriebenen Vorfahrt für Erneuerbare Energien. Die Laufzeitenverlängerung für AKW in Deutschland lässt auch den Investitionswillen in die Erneuerbaren erlahmen, bereits wurden Offshore-Projekte für Windanlagen zurückgestellt. Schliesslich wird der Anschluss ans norwegische Hydroenergienetz in Deutschland verhindert - dabei stünden aus Norwegen Energiemengen aus Wasser bereit, die sämtliche AKW auf einen Schlag abschaltbar machten.
- Die Kosten der Atomtechnologie: Sie werden für neue Atomkraftwerke - ähnlich wie bei anderen grosstechnologischen Projekten entgleiten. Das zeichnet sich jetzt schon ab für die beiden einzigen im Bau befindlichen AKW in Europa. Sowohl Oikiluoto in Finnlannd wie Flamanville in Frankreich werden mindestens doppelt so teuer wie vorgesehen - je rund 6 statt versprochener 3 Milliarden Euro. Und sie erfahren Verzögerungen von mehreren Jahren. Zudem laufen Beschaffungs- wie Entsorgungskossten aus dem Ruder. Diese Einschätzung teilt ein aktueller Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung unter dem Titel «Von wegen Renaissance der Atomkraft».
- Schon heute Auslaufmodell: Atomprojekte geraten nicht nur finanziell ins Hintertreffen - sie werden auch von Projekten der Erneuerbaren zunehmend abgehängt in zeitlicher Hinsicht. Während nämlich in den nächsten 3-5 Jahre nur ganz wenige neue AKW ans Netz gehen, nehmen die Kapazitäten seitens der Erneuerbaren - vor allem von Wind und Sonne - laufend und exponentiell zu. So gingen 2009 ein grosses und ein kleines AKW weltweit ans Netz - aber Windanlagen, die so viel Strom erzeugen wie rund ein Dutzend AKW zusammen (38 GW). Und auch die Photovoltaik bringt es unterdessen auf AKW-Dimensionen - Anlagen von 7,4 Gigawatt (Zubau 2009) erzeugen so viel Strom wie ein grosses AKW - 2010 erfolgt hier bereits wieder eine Verdoppelung.
- Solarenergie wirds richten: Photovoltaik hat damit unterdessen den Beweis der Skalierbarkeit erbracht - ist also in grossem Masse geeignet, Elektrizität zu erzeugen, selbst in AKW-Dimensionen. Aber richtig - sie ist noch teurer. Nur - sie wird ständig billiger, jährlich 10 bis 20 Prozent - und herkömmliche Energieerzeugung inkl. Atomenergie werden ständig teurer - der Kreuzungspunkt wird bald erreicht sein (3-5 Jahre). Der Fortschritt der Photovoltaik beruht auf der Halbleitertechnologie - und wie sich diese leistungsmässig in der Informatik entwickelt hat, ist Fingerzeig, wie es weiter geht. Neben der PV hat auch die Solarthermie riesiges Potential - für die dezentrale Versorgung auch mit Wärme schon heute hierzulande.
Fazit: Die Fallstricke der Atomenergie sind einfach zu zahlreich, die Komplexität ist zu hoch. Andrerseits sind die vorhandenen, bewährten und erprobten Alternativen so vielfältig, dass auf Atom zu bauen unnötig wird. Vielmehr wird Atom zum Hindernis der Erneuerbaren, weshalb eben nicht blind auf alle Alternativen zu den fossilen zu vertrauen ist. Vielmehr gilt: Atom ist vielleicht zwar keine fossile und damit nicht erneuerbare Energie - aber sie ist in vielerlei Hinsicht ein Fossil, das sich erledigen wird - aus den aufgeführten Gründen hoffentlich früher als vielerorts vermutet.
© Solarmedia
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