Mittwoch, 27. Juli 2011

CH-AKW als Anschlagziel

Verschiedene überregionale Medien berichten am Mittwoch, dass der Mörder von Oslo in seinem "Manifest" neben zahlreichen anderen Ländern auch die Schweiz mehrmals erwähnte. Den weiteren Zusammenhang zeigen aber nicht die Schweizer Medien, sondern in folgendem Beitrag eine süddeutsche Umweltorganisation auf.

Als mögliche Anschlagsziele nennt Anders Behring Breivik zum Beispiel die grenznahen Atomkraftwerke von Beznau, Leibstadt, aber auch Gösgen (siehe Bild - Foto: Guntram Rehsche) und Mühleberg. Behring Breivik schreibt in seinem rassistischen Pamphlet von rund einer halben Million "multikulturellen Verrätern" in der Schweiz. Sie hätten die Einwanderung der Muslime erleichtert. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland warnte schon lange vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 vor den Gefahren eines möglichen Anschlages auf Atomkraftwerke, denn in der menschenverachtenden, perversen Logik von Terroristen sind leider AKW durchaus denkbare Angriffsziele, auch wenn die Atomlobby versucht diese Gefährdung herunter zu spielen und zu verdrängen. Die „Freisetzung“ nur eines kleinen Teils, der in einem AKW vorhandenen Radioaktivität durch einen Anschlag, hätte verheerende Folgen für alles Leben im weiten Umkreis. Große Landstriche müssten, ähnlich wie in Tschernobyl und Fukushima, für lange Zeiträume evakuiert werden. Dies wäre eine menschliche und ökonomische Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, insbesondere natürlich in einem kleinen Land wie der Schweiz.

Ein Anschlag mit "modernen" panzerbrechenden Waffen auf ein AKW oder ein "Abklingbecken" hätte schreckliche Auswirkungen. Panzer-und bunkerbrechende Waffen aller Art gehören leider schon lange zum gängigen Waffenarsenal im Bereich des Terrorismus. Gerade auch die mörderischen Anschläge von Oslo zeigen, dass wir die Augen vor diesen Gefahren nicht verschließen dürfen. Die im internationalen Vergleich sehr alten Schweizer AKW in Beznau und Mühleberg sind, ähnlich wie das alte AKW Fessenheim in Frankreich besonders gefährdet.

Mehr Infos zu Terrorgefahr und AKW: hier
Mehr Infos zu den Schweizer AKW: hier

Quelle: BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein | Sonnenseite

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Massive Mängel bei Neubauten


Wie die Umweltschutzorganisation Greenpeace aufzeigt, gibt es beim derzeit in Finnland im Bau befindlichen Atommeiler (EPR-Reaktor - siehe Bild oben) massive Mängel und neuerliche Verzögerungen. Greenpeace konnte zahlreiche Unzulänglichkeiten feststellen, sowohl im Design als auch bei der Konstruktion des EPR-Reaktors.

Diese Informationen basieren auf Dokumenten der finnischen Atom-Aufsichtsbehörde (STUK). Areva musste eingestehen, dass sich die Gesamtkosten von ursprünglich drei Milliarden Euro nahezu verdoppelt haben. Wie bekannt wurde, ist auch der zweite im Bau befindliche EPR–Reaktor im französischen Flamanville von ähnlichen Problemen betroffen (siehe Atominfomedia vom 21. Juli 2011).

„Diese so genannte ‚dritte Generation‘ von Kernreaktoren erweist sich als kompletter Fehlschlag. Mit endlosen Verzögerungen um mehrere Jahre und Milliarden von Zusatzkosten werden die Staaten, die in ihrer Energiepolitik weiterhin auf diese Technologie setzen, Schiffbruch erleiden. Der EPR-Reaktor verkommt zu einem Fass ohne Boden“, erklärt Niklas Schinerl von Greenpeace. Hauptursachen dafür: Ein kompliziertes, unvollendetes Reaktordesign und Verträge mit Zulieferfirmen, die nicht zögern, den billigsten und einfachsten Weg zu gehen.

Die aktuellen Jahres-und Quartalsberichte der finnischen Atom-Aufsichtsbehörde (STUK) zeichnen ein düsteres Bild und offenbaren eine lange Liste von alarmierenden Problemen beim Bau des EPR. Neue, ungelöste Design-Fragen, vor allem bei der computergestützten Steuerung des Reaktors, fehlende Unfall-und Risikoanalysen sowie erhebliche Mängel in der Bauqualität. Betroffene Systeme sind Backup-Diesel, Notkühlsysteme, elektrische Verkabelung, Becken für radioaktives Material, der die Kernbrennstäbe transportierende Kran und Trägerstrukturen des Reaktorgebäudes.

Greenpeace ruft sowohl die finnische als auch die französische Regierung dazu auf, die gescheiterten EPR-Reaktorprojekte endlich abzubrechen und auf nachhaltige und erneuerbare Energiequellen zu setzen. „Die EPR Atomreaktoren verkommen zu einem Milliardengrab. Es ist an der Zeit die Handbremse zu ziehen“, schließt Schinerl.

Quelle: Greenpeace Austria / Sonnenseite

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Donnerstag, 21. Juli 2011

Flamanville erneut verzögert

Die Inbetriebnahme des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) im französischen Flamanville verzögert sich um weitere zwei Jahre bis 2016.

Als Grund für die Verzögerung gab der Stromkonzern EDF eine Fehleinschätzung über das Ausmaß der Bauarbeiten an. Zudem hatten zwei schwere Arbeitsunfälle und Sicherheitsüberprüfungen nach der AKW-Katastrophe in Fukushima die Lage verschlechtert. Ursprünglich sollte der EPR 2012 in Betrieb gehen, schon vor einem Jahr war dieser Termin nicht mehr zu halten und wurde auf 2014 verschoben. Gemäss der französischen Tageszeitung Le Monde hat Industrieminister Eric Besson die erneute Verzögerung als «rein technische Massnahme» bezeichnet. Es handle sich um eine einfache Aktualisierung des Terminplans aufgrund verschiedener unvorhergesehener Ereignisse auf dem Bauplatz.

Seitens der grünen Opposition zeigte sich gemäss der gleichen Zeitung Noël Mamère, Europa-Abgeordneter der grünen Partei Ecologie-Les Verts, sehr kritisch. Er forderte einen sofortigen Baustopp wegen der Kostenüberschreitungen und der Probleme mit den Unterakkordanten. Und für Mamère stellt sich - für französische PolitikerInnen höchst ungewöhnlich - sogar die Frage des Ausstiegs aus der Atomtechnologie als unausweichlich.

Auch die Kosten für das EPR-Projekt explodieren im Übrigen. Statt wie ursprünglich geplant 3,3 Milliarden Euro soll Flamanville nun sechs Milliarden kosten - nochmal einmal eine Milliarde mehr als 2011 veranschlagt. Die französische Regierung will mit der Druckwasser-Technologie alte AKW ersetzen. Ein zweiter EPR ist derzeit im nordwestfranzösischen Penly geplant. Der erste europäische EPR-Reaktor soll 2012 in Finnland ans Netz gehen. Ursprünglich war die Inbetriebnahme hier für 2009 vorgesehen.

Quellen: klimaretter.info sowie LeMonde

© Atominfomedia

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Japan: Weitere Evakuationen

Die japanische Regierung empfiehlt weiteren Haushalten in der Nähe des Katastrophen-Atomkraftwerks Fukushima eine Evakuierung. Die Regierung erklärte am Donnerstag gemäss Agenturberichten 59 weitere Häuser in vier Wohngebieten der Stadt Minamisoma zu sogenannten «hot spots».

Bei diesen Häusern könnte die Strahlenbelastung über eine international empfohlene Höchstgrenze von 20 Millisievert im Jahr steigen. Im vergangenen Monat waren erstmals rund 100 Haushalte in der Stadt Date, die ausserhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW liegt, zu sogenannten «hot spots» erklärt worden. Evakuierungszonen waren bis dahin prinzipiell für ganze Gemeinden eingerichtet worden. Im Falle von «hot spots», wo die Strahlenwerte sporadisch höher sind als in anderen umliegenden Gebieten, ist es den Betroffenen überlassen, ob sie ihr Haus verlassen wollen.

Aber gerade Haushalten mit Kindern und Schwangere wird nahegelegt, solche Orte zu meiden. Sofern die Betroffenen es wünschen, ihre Häuser zu verlassen, hat die Regierung Hilfe angeboten. Am Dienstag hatte die Regierung mitgeteilt, dass die Kühlung der zerstörten Reaktoren im Atomkraftwerk Fukushima jetzt stabilisiert sei. In den vergangenen Monaten sei die radioaktive Konzentration um die sechs Reaktoren herum nach Angaben des Betreiberkonzerns Tepco «stetig gesunken».

Derzeit liege sie bei maximal 1,7 Millisievert pro Jahr. Zur Zeit sickerten noch maximal 1 Milliarde Becquerel pro Stunde an radioaktiven Substanzen aus der Anlage. Das entspricht nach Angaben der Nachrichtenagentur Kyodo etwa einem Zwei-Millionsten des Niveaus zum Zeitpunkt des Unfalls am 11. März.

Unterdessen verhängte der Staat nach Bekanntwerden mehrerer Fälle von verstrahltem Rindfleisch einen Lieferstopp für Rinder aus Fukushima. Der Entscheid erfolgte, nachdem mit verstrahltem Heu gefütterte Rinder an Schlachthöfe in ganz Japan geliefert worden waren. Nach neusten Informationen von Kyodo soll es sich um mehr als 1300 Rinder handeln. Es ist nicht bekannt, ob verstrahltes Fleisch an Konsumenten verkauft wurde.

Quellen: sda/dpa

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Sonntag, 17. Juli 2011

AKW Litauen mit vielen ???

Billige Arbeitskräfte und eine willige Regierung: Das baltische Land lässt die Hitachi-GE Nuclear Energy einen neuen Reaktor bauen. Der Strom soll auch nach Mitteleuropa transportiert werden.

Andere Länder steigen aus der Atomkraft aus, Litauen steigt ein. Ministerpräsident Andris Kubilius kündigte am Donnerstag den Bau eines neuen AKW an. Die japanisch-US-amerikanische "Hitachi-GE Nuclear Energy" werde den Zuschlag erhalten. Aus dem Rennen ist damit der Mitbewerber "Westinghouse Electric". Die schlechten Erfahrungen, die derzeit mit AKW-Neubauten in Europa gemacht werden – Stichwort: die Areva-Neubauten Olkiluoto 3 in Finnland und im französischen Flamanville – scheinen Litauen nicht zu schrecken. Hitachi-GE verspreche eine erprobte und ausgereifte Technik zu liefern, sagte Kubilius.

Das abgeschaltete AKW Ignalina: Litauen soll einen neuen Reaktor bekommen. (Foto: Schyll/Wikipedia)






Der Konzern soll Litauen einen ABWR (Advanced Boiling Water Reactor), einen Siedewasserreaktor der "Dritten Generation" mit einer Leistung von 1300 MW bauen, der 2020 ans Netz gehen soll. Angesichts der Erfahrungen, die bislang mit diesem Typ gemacht wurden, wundert der Optimismus der litauischen Regierung. Zwei dieser Reaktoren sind bereits seit 1999 in Taiwan im Bau und sollen nach zahlreichen Verzögerungen endlich in diesem bzw. kommendem Jahr fertig werden.

Weitere vier Reaktoren sind in Japan in Betrieb und offenbar recht störanfällig. Laut offiziellen Zahlen der Internationalen Atomenergieagentur IAEA für die 2004 bzw. 2006 ans Netz gegangenen Reaktoren Hamooka-5 und Shika-2 liegt für deren bisherige Betriebsdauer der "Operational Factor" bei lediglich 46.6 bzw. 47,1 Prozent. Das erste Exemplar dieses Modells ging 1996 beim japanischen AKW Kashiwazaki-Kariwa ans Netz. Vor Tsunami und Kernschmelze waren vom Energieversorger Tepco zwei ABWR-Neubauten auch für den Standort Fukushima I als dortige Reaktoren sieben und acht vorgesehen gewesen.

Laut Litauens Regierung hat Hitachi GE den Zuschlag erhalten, weil es auch selbst als Investor auftreten will. Einzelheiten hierzu, ebenso wie zu den Baukosten wurden noch nicht genannt. Die entsprechenden Verträge sollen bis Ende des Jahres geschlossen werden. Litauens ursprünglicher Versuch, Reaktorlieferanten zu finden, die gleichzeitig die Rolle des Betreibers spielen würden, war im vergangenen Jahr mit einer Nullnummer gescheitert. Mit der südkoreanischen KEPCO hatte es nur einen einzigen Bewerber gegeben, der sein Angebot dann aber wieder zurückzog.

Was Litauen für die Nuklearindustrie attraktiv macht, erklärte Westinghouse Europa- Direktor Anders Jackson vor einigen Wochen der litauischen Wirtschaftszeitung Verslo Zinios: Billige Arbeitskraft, um die Baukosten niedrig zu halten, willige Politiker und eine ausreichende Leitungskapazität, um Strom nach Mitteleuropa und Skandinavien exportieren zu können.

Litauen hatte 2004 und Ende 2009 die beiden Blöcke des AKW Ignalina (siehe Bild oben) abgeschaltet. Die Stillegung dieser aus Sowjetzeiten geerbten und als besonders unsicher eingeschätzten graphitmoderierten Siedewasserreaktoren war eine Voraussetzung für den EU-Beitritt des Landes gewesen. Der AKW-Neubau soll bei Visaginas in der Nähe der alten Ignalina-Reaktoren erfolgen. Der Standort gilt als erdbebengefährdet.Das abgeschaltete AKW Ignalina: Litauen soll einen neuen Reaktor bekommen. (Foto: Schyll/Wikipedia)

Fehlen noch die weiteren risikofreudigen Investoren, die ausreichend sicher sind, ihre Investitionen in Atomstrom würden sich ab 2020 und für die danach folgenden drei bis vier Jahrzehnte rechnen. In den Nachbarländern ist man zurückhaltend. Von einer gründlichen Kostenanalyse machte Lettlands Regierungschef Valdis Dombrowskis eine mögliche Beteiligung seines Landes abhängig. Polen, ursprünglich ebenfalls an einer Zusammenarbeit interessiert, verfolgt nun eigene AKW-Pläne. Wie überhaupt die mögliche Konkurrenz russischer, polnischer und weissrussischer AKW-Neubauprojekte, die auf den gleichen Exportmarkt wie ein litauischer Neubau zielen würden, ein grosser Unsicherheitsfaktor für Investoren wäre.

Fukushima scheint bei den litauischen Politikern keine bleibenden Spuren hinterlassen zu haben. "Unterschiedliche Länder gehen unterschiedliche Wege", verteidigt Energieminister Arvydas Sekmokas den Nuklear-Kurs der Regierung und verweist auf das Beispiel Frankreich und Finnland. In der Bevölkerung gab es nach der Katastrophe in Japan allerdings einen Schwenk und eine deutliche Mehrheit sprach sich zuletzt gegen einen AKW-Neubau aus.

Quelle: Reinhard Wolff / Klimaretter.info

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Samstag, 16. Juli 2011

Japan: Weiteres AKW vom Netz

Japan muss den Ausfall eines weiteren Atomreaktors verkraften: Das Kernkraftwerk Ohi wurde nach einer Panne in einem Notfallsystem vom Netz genommen. Die ohnehin schon kritische Lage bei der Stromversorgung Japans verschärft sich dadurch zusätzlich.

Wieder einer weniger: Wegen eines technischen Problems wird in Japan ein weiterer Atomreaktor vom Netz genommen. Betroffen ist das Atomkraftwerk Ohi im Westen des Landes (siehe Bild - Reuters), wie der Energieversorger Kansai Electric Power am Samstag mitteilte. Grund für die Abschaltung sei ein Druckverlust in einem Borsäurebehälter, der für Notfallsituationen bereitsteht. Bislang sei kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden, hieß es von dem Energiekonzern. Wann der Reaktor wieder ans Netz gehen könne, sei derzeit unklar.

Der Borsäurevorrat bildet in Atomkraftwerken ein zusätzliches Sicherheitssystem.
Normalerweise werden bei der Schnellabschaltung eines Reaktors Steuerstäbe in die Brennelemente eingefahren. Sie absorbieren einen Teil der bei der Kernspaltung freigesetzten Neutronen und unterbinden somit die weitere Kettenreaktion. Sollte es jedoch Probleme beim Einfahren der Steuerstäbe geben, kann Borsäure das Schlimmste verhindern, da sie ebenfalls Neutronen absorbiert. In Fukushima etwa wurde mit Borsäure versetztes Meerwasser in die havarierten Reaktoren geleitet, um eine Ausweitung der Katastrophe zu verhindern.

Die Abschaltung des AKW Ohi verschärft die derzeit unzureichende Stromversorgung Japans. Inzwischen sind in dem Land nur noch 18 von 54 Reaktoren am Netz, nachdem zahlreiche Meiler nach dem Erdbeben und anschließendem Tsunami vom 11. März abgeschaltet worden waren. Wegen des Unfalls im Atomkraftwerk Fukushima gingen viele Reaktoren als Vorsichtsmaßnahme vorerst nicht wieder ans Netz.

Um Engpässe bei der Stromversorgung im Sommer zu vermeiden, riefen die Behörden Unternehmen und Verwaltungen im Raum Tokio auf, ihren Energieverbrauch zu reduzieren. Wegen der starken Nutzung von Klimaanlagen wird das Stromnetz im Sommer besonders belastet. In der von Kensai Electric Power versorgten Region wurden die Kunden gebeten, freiwillig Strom zu sparen.

Die japanische Regierung rechnet für den Wiederaufbau nach der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe offenbar mit Kosten von rund 100 Milliarden Euro. Ein Plan zur Behebung der Schäden gehe in den kommenden fünf Jahren von Kosten zwischen umgerechnet 90 und 107 Milliarden Euro aus, berichtete die Zeitung "Asahi".

Nach der Katastrophe von Fukushima erwägt die japanische Regierung den Atomausstieg und will stärker auf alternative Energien setzen. In den von der Katastrophe betroffenen Gebieten sollen laut "Asahi" einige von Japans größten Solar- und Windkraftanlagen entstehen. Einzelheiten über Steuererhöhungen zur Finanzierung seien in dem Regierungsvorhaben allerdings nicht enthalten.

Der Plan zum Wiederaufbau solle bis Monatsende fertiggestellt werden
und dann als Grundlage für einen dritten Sonderhaushalt in ein paar Monaten dienen. Ein Regierungsausschuss hatte im vergangenen Monat für zeitlich begrenzte Steuererhöhungen plädiert, um den Wiederaufbau zu unterstützen.

Quelle: Spiegel/AFP/Reuters

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CH-Atommülllager ungelöst

Diese Woche veröffentlichte die Kommission für nukleare Sicherheit KNS die Stellungnahme über den Bericht NTB 10-01 der Nagra. Die KNS analysiert den Stand der Untersuchung im Bereich der Atommülllagerung und zeigt, dass Grundlagen fehlen. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES geht noch einen Schritt weiter: Der Entsorgungsnachweis ist aufzuheben, solange grundlegende Fragen nicht gelöst sind.

In Etappe 2 sollen die Lagerkonzepte einer grundsätzlichen Prüfung unterzogen werden, fordert die KNS. In die Überprüfung muss das gesamte Spektrum von machbaren Lagerkonzepten (zum Beispiel die Auslegung der Stollen und der Zugang zum Lager mittels Schacht ohne Rampe) einbezogen werden. Die SES unterstützt diese Forderung und fordert eine grundsätzliche Überprüfung des Entsorgungskonzepts. Die SES wird ein Aus-den-Augen-aus-dem-Sinn-Konzept nicht akzeptieren. Ebenfalls noch völlig unklar ist, welcher der sicherste Standort sein soll: Die beiden Standorte für hochaktive Abfälle (HAA) Nördlich Lägern und Bözberg (Jura-Ost) sind geologisch komplizierter als der dritte im Zürcher Weinland (Zürich Nord-Ost), und dennoch weniger gut abgeklärt. Das 2D-Seismikmessnetz ist auch in den Regionen der Standortgebiete Jura-Südfuss und Südranden zu verdichten. Die KNS empfiehlt für alle Standortregionen zusätzliche Untersuchungen. Nach diesen Untersuchungen fordert die KNS zudem einen Marschhalt, um eine Lagebeurteilung vorzunehmen.

Die SES geht einen Schritt weiter und fordert Gleichstand des Wissens zwischen den Regionen so schnell wie möglich
- sicher aber bevor Standorte ausgeschlossen werden. Dazu gehören 3D-Seismik (zumindest für HAA-Standorte) und spezifische Bohrungen, analog dem Zürcher Weinland. Die Fakten zeigen einmal mehr: Die Atommülllagerung ist nicht gelöst. Es gibt zu viele offene Fragen, fehlt ein eigentliches Lager-Konzept und die nötigen geologischen Untersuchungen. Die SES fordert deshalb, dass der Entsorgungsnachweis aufgehoben wird. Die Sicherheit der Entsorgung ist erst nachgewiesen, wenn alle grundlegenden Fragen geklärt sind und ein sicheres Konzept vorliegt.

Quelle: Schweizerische Energiestiftung SES

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