Erneuerbare Energien und Batteriespeicher können durch ein
intelligentes Stromnetz so zusammenarbeiten, dass in einer definierten
Region auch langfristig eine sichere und stabile Stromversorgung allein
auf Basis von Wind und Sonne möglich ist (oder auf der Basis von Wasser und Wind für die Schweiz - fügt Solarmedia an).
So lautet das Ergebnis der
ersten Phase des Forschungsprojekts Smart Region Pellworm, in dem E.ON
zusammen mit dem Netzbetreiber Schleswig-Holstein Netz AG, den
Fraunhofer Instituten IOSB-AST und Umsicht, der Gustav Klein GmbH &
Co. KG, Saft Batterien GmbH, der Fachhochschule Westküste sowie der RWTH
Aachen das erste intelligente Stromnetz im Norden betrieben hat. Einer Mitteilung zufolge wird E.ON in der jetzt anschließenden
zweiten Phase des Projekts auf der Nordseeinsel gemeinsam mit den
Partnern an neuen Geschäftsmodellen erproben, wie man diese Art der
Stromversorgung auf Basis von Batterien auch wirtschaftlich zu einem
Erfolg bringen kann. Ziel sei es außerdem, die Technik in das bestehende
virtuelle Kraftwerk des E.ON Tochterunternehmens HanseWerk Natur zu
integrieren.
In der Vergangenheit sei auf Pellworm deutlich mehr Strom mittels
Windkraft und Photovoltaikanlagen produziert als verbraucht worden.
Trotzdem sei wegen der schwankenden Einspeisung der erneuerbaren
Energien häufig Strom vom Festland über zwei Seekabel importiert worden.
Wichtig war es E.ON zufolge daher, Lösungen zu finden, um die
schwankende Einspeisung Erneuerbarer abzufedern und deren Verwertung vor
Ort zu verbessern. Es wurde ein spezielles System aus zwei elektrischen
Großbatterien sowie thermischen Speichern errichtet, das über ein
neuartiges Energiemanagement mit den Stromanschlüssen der Kunden sowie
den Windkraft- und Photovoltaikanlagen auf der Insel verbunden wurde.
Nachdem in der ersten Phase diese technische Umsetzung erfolgreich
getestet worden sei, gehe es zukünftig vor allem darum, die
Wirtschaftlichkeit zu optimieren, bei der sich in der ersten Phase noch
Defizite gezeigt hätten. Durch Leistungssteigerungen, Skaleneffekte und
Preisnachlässe sollen zukünftig die bisher noch sehr hohen
Investitionskosten für die Speichersysteme ausgeglichen werden können.
Die Meldung erscheint in der kommenden Ausgabe von EUWID Neue Energie. Den Inhalt der aktuellen Ausgabe können Sie hier
abrufen. Ein Testpaket mit den unterschiedlichen Informationsmodulen
(z.B. Printausgabe, E-Paper, Märkte und Preise, Premium News) kann hier angefordert werden.
Informationen zum Start von EUWID Neue Energie im vergangenen Jahr finden Sie hier.
Quelle: EUWID
... dokumentiert die Fallstricke der Atomindustrie; ... gehört zu «Media for Sustainability» des Ökonomen und Journalisten Guntram Rehsche (siehe auch http://guntram-rehsche.blogspot.com); ... Beiträge zeitlich geordnet, Stichwort- / Labelsuche in linker Spalte; ... Unterstützung mit Zahlung von 20 CHF auf Konto: Zürcher Kantonalbank / Guntram Rehsche / IBAN CH46 0070 0111 3009 63007 (für Zahlungen aus Ausland auch BIC (SWIFT-Code) angeben: ZKBKCHZZ80A) - Danke!
Donnerstag, 13. Oktober 2016
Dienstag, 11. Oktober 2016
Argumente für Ausstiegs-Initiative (2): Panik nicht gerechtfertigt
Bundesrätin Doris Leuthard hat ihre Ablehnung gegenüber dem
geordneten Atomausstieg mit Unterstützung der CEO von Swissgrid und BKW
dargelegt. Bundesrat und
Atomwirtschaft versuchen die Umsetzung der Initiative als Problem darzustellen.
Die Versorgungssicherheit kann gemäss Einschätzung der Schweizerischen Energie-Stiftung SES jedoch energie- wie netzseitig jederzeit
gewährleistet werden. Die temporär erhöhten Stromimporte sind nicht
zwingend umweltbelastender als der Schweizer Atomstrom. Im Gegenteil:
Die Schweiz kann sogar auf 100% erneuerbaren Import-Strom setzen.
Längerfristig hilft die Atomausstiegsinitiative dem Klima.
Am Dienstag hat Bundesrätin Doris Leuthard zusammen mit Vertretern der
Atomwirtschaft ihre Argumente gegen die Atomausstiegsinitiative
vorgestellt. Neben BKW-CEO Suzanne Thoma war auch Swissgrid-CEO Yves
Zumwald anwesend – beides Vertreter der Atomwirtschaft, betreibt doch
die BKW das AKW Mühleberg und die Swissgrid gehört vorwiegend den
AKW-Betreibern Axpo, Alpiq und BKW. Vor Fukushima hat die Atomwirtschaft jahrelang eine Stromlücke
herbeigeredet, um ihre Pläne für neue AKW in der Schweiz zu
rechtfertigen. Heute ist klar: der Ausbau der erneuerbaren Energien in
Europa wurde massiv unterschätzt. Alleine Deutschland exportiert fast den Jahresbedarf der Schweiz
und gemäss der deutschen Regierung liegt die überschüssige
Kraftwerkskapazität in Europa bei 100 GW. Das ist fast 30-Mal so viel
wie die gesamte Schweizer AKW-Leistung. Es wird in Europa also weder an
Leistung noch an Energie fehlen.
Deshalb wird nun die neue Netzlücke konstatiert, um den geordneten Atomausstieg zu verhindern: SES-Geschäftsleiter Jürg Buri: «Es ist absurd, dass das Abschalten der drei kleinen AKW per Ende 2017 am Stromnetz scheitern soll. Es geht nur um 15% der Stromproduktion» Die Schweiz hat das dichteste, leistungsfähigste und am besten integrierte Netz Europas. Letzten Sommer hat das Netz den Ausfall von allen fünf Reaktoren bewältigt, und diesen Winter wird nur die halbe AKW-Leistung zur Verfügung stehen. Beznau 1 und Leibstadt sind wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet.
Swissgrid hat im letzten Winter selber gezeigt, wie es geht
Im Winter 2015/16 konnte eine angebliche Engpasssituation dank marktseitigen Massnahmen seitens Swissgrid problemlos gemanagt werden. Das Problem waren zwei unplanmässig ausgefallene Altreaktoren, fehlende Transformatoren sowie der starke Export der Schweizer Wasserkraft ins Ausland. Gemäss Swissgrid wird in Beznau diesen Winter ein Ersatz-Transformator gebaut. Zudem ist die Branche auf den Wegfall der kleinen AKW vorbereitet und weiss, wie die Wasserkraft marktseitig im Land gehalten werden kann. Damit werden wir bei Umsetzung der Initiative im Winter 2017/18 in einer besseren Situation sein als im Winter 2015/16.
In der Schweiz stehen Wasserkraftwerke mit über 8 GW Leistung, die auf der 220kV-Ebene einspeisen. Diese können den Ausfall der drei 220-kV-AKW Mühleberg, Beznau 1 und 2 (Gesamtleistung 1,1 GW) übernehmen, sofern nicht genügend Strom von der Höchstspannungsebene transformiert werden kann. Dies gilt auch fürs Bernbiet, wo das AKW Mühleberg revisionsbedingt regelmässig still steht.
Atomausstieg ist problemlos umsetzbar
Jürg Buri «Die Panikmache ist ungerechtfertigt. Dank einheimischer Wasserkraft und dem dichtesten Netz Europas sind wir in einer komfortablen Situation. Der geordnete Atomausstieg ist technisch problemlos umsetzbar und führt langfristig zu einer verbesserten Versorgungssicherheit.» Alte Reaktoren sind störungsanfällig und ein dezentrales System ist grundsätzlich stabiler, weil der Ausfall einer einzelnen Komponente weniger gravierend ist.
Temporäre Importe müssen nicht dreckiger als CH-Atomstrom sein
Es ist möglich, dass wir mit der Ausstiegsinitiative ab Winter 2017/18 für einige Jahre mehr Strom importieren müssen, als wir das heute bereits tun. Dieser Importstrom muss nicht, wie heute behauptet wurde, dreckiger sein, als Atomstrom. Denn der Importstrom wird dank der zügigen Wende in Europa immer umweltfreundlicher und klimaschonender. Dies übrigens auch dank den Auslandsinvestitionen der Schweizer Stromfirmen. Sie verfügen mittlerweile über eine Ökostromproduktion (v.a. Wind, Wasser und Sonne) von mehr als zwei AKW Mühleberg. Als weitere Lösung für saubere Importe bieten sich auch Ökostrom-Zertifikate an, welche per sofort zu geringem Aufpreis einen Umstieg auf 100% Ökostrom ermöglichen. Jürg Buri: «Die Ausstiegsinitiative ist auch für das Klima ein Gewinn. Sie führt zu einem zügigen und verbindlichen Umstieg auf klimaschonende erneuerbare Energieträger.»
Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung SES
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| Archivbild: Guntram Rehsche |
Deshalb wird nun die neue Netzlücke konstatiert, um den geordneten Atomausstieg zu verhindern: SES-Geschäftsleiter Jürg Buri: «Es ist absurd, dass das Abschalten der drei kleinen AKW per Ende 2017 am Stromnetz scheitern soll. Es geht nur um 15% der Stromproduktion» Die Schweiz hat das dichteste, leistungsfähigste und am besten integrierte Netz Europas. Letzten Sommer hat das Netz den Ausfall von allen fünf Reaktoren bewältigt, und diesen Winter wird nur die halbe AKW-Leistung zur Verfügung stehen. Beznau 1 und Leibstadt sind wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet.
Swissgrid hat im letzten Winter selber gezeigt, wie es geht
Im Winter 2015/16 konnte eine angebliche Engpasssituation dank marktseitigen Massnahmen seitens Swissgrid problemlos gemanagt werden. Das Problem waren zwei unplanmässig ausgefallene Altreaktoren, fehlende Transformatoren sowie der starke Export der Schweizer Wasserkraft ins Ausland. Gemäss Swissgrid wird in Beznau diesen Winter ein Ersatz-Transformator gebaut. Zudem ist die Branche auf den Wegfall der kleinen AKW vorbereitet und weiss, wie die Wasserkraft marktseitig im Land gehalten werden kann. Damit werden wir bei Umsetzung der Initiative im Winter 2017/18 in einer besseren Situation sein als im Winter 2015/16.
In der Schweiz stehen Wasserkraftwerke mit über 8 GW Leistung, die auf der 220kV-Ebene einspeisen. Diese können den Ausfall der drei 220-kV-AKW Mühleberg, Beznau 1 und 2 (Gesamtleistung 1,1 GW) übernehmen, sofern nicht genügend Strom von der Höchstspannungsebene transformiert werden kann. Dies gilt auch fürs Bernbiet, wo das AKW Mühleberg revisionsbedingt regelmässig still steht.
Atomausstieg ist problemlos umsetzbar
Jürg Buri «Die Panikmache ist ungerechtfertigt. Dank einheimischer Wasserkraft und dem dichtesten Netz Europas sind wir in einer komfortablen Situation. Der geordnete Atomausstieg ist technisch problemlos umsetzbar und führt langfristig zu einer verbesserten Versorgungssicherheit.» Alte Reaktoren sind störungsanfällig und ein dezentrales System ist grundsätzlich stabiler, weil der Ausfall einer einzelnen Komponente weniger gravierend ist.
Temporäre Importe müssen nicht dreckiger als CH-Atomstrom sein
Es ist möglich, dass wir mit der Ausstiegsinitiative ab Winter 2017/18 für einige Jahre mehr Strom importieren müssen, als wir das heute bereits tun. Dieser Importstrom muss nicht, wie heute behauptet wurde, dreckiger sein, als Atomstrom. Denn der Importstrom wird dank der zügigen Wende in Europa immer umweltfreundlicher und klimaschonender. Dies übrigens auch dank den Auslandsinvestitionen der Schweizer Stromfirmen. Sie verfügen mittlerweile über eine Ökostromproduktion (v.a. Wind, Wasser und Sonne) von mehr als zwei AKW Mühleberg. Als weitere Lösung für saubere Importe bieten sich auch Ökostrom-Zertifikate an, welche per sofort zu geringem Aufpreis einen Umstieg auf 100% Ökostrom ermöglichen. Jürg Buri: «Die Ausstiegsinitiative ist auch für das Klima ein Gewinn. Sie führt zu einem zügigen und verbindlichen Umstieg auf klimaschonende erneuerbare Energieträger.»
Quelle: Schweizerische Energie-Stiftung SES
Donnerstag, 6. Oktober 2016
Argumente für Ausstiegs-Initative (1): Nach Beznau steht auch Leibstadt längere Zeit still
Nach Block 1 des AKW Beznau fällt nun auch das AKW Leibstadt für längere
Zeit aus. Wegen Rost an Brennelementen und einer damit notwendigen
Neubeladung des Reaktorkerns bleibt das Kraftwerk voraussichtlich bis
Februar nächsten Jahres vom Netz. Sicherheit der AKW ist also fraglich.
Während der Jahreshauptrevision seien lokale Verfärbungen an
mehreren Hüllrohren der Brennelemente bzw. der Brennstäbe entdeckt
worden, schreibt die Kernkraftwerk Leibstadt AG (KKL) in einer
Mitteilung vom Donnerstag. Die notwendigen Untersuchungen hätten zu
einer Verlängerung der Jahreshauptrevision geführt. Seit August wurden mehrere visuelle Inspektionen und
Oxidschichtmessungen durchgeführt. Nun hat sich laut der KKL-Mitteilung
gezeigt, dass mehr Brennelemente Anzeichen für eine Oxidation aufweisen
und die Wiederinbetriebnahme der Anlage nur mit einer neuen
Kernauslegung möglich ist.
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| Das AKW Gösgen neben der gleichnamigen Gemeinde steht auch schon über 30 Jahre in Betrieb Bild: Guntram Rehsche |
In den nächsten Wochen werden die betroffenen Brennelemente in
Stand gestellt oder ausgetauscht. Parallel dazu werden die Berechnungen
der neuen Reaktorkernbeladung dem Eidgenössischen
Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) zur Prüfung eingereicht. Die
Beladung soll im Januar 2017 erfolgen.
Fazit von Solarmedia: Mit der Sicherheit der Schweizer AKW ist es auch nicht so weit her. Offenbar müssen sie - je älter sie werden - immer häufiger und länger ausser Betrieb gehen. Und die Stromversorgung der Schweiz ist deshalb in diesem Winter auch nicht infrage gestellt.
Quellen: Agenturen & Solarmedia
Fazit von Solarmedia: Mit der Sicherheit der Schweizer AKW ist es auch nicht so weit her. Offenbar müssen sie - je älter sie werden - immer häufiger und länger ausser Betrieb gehen. Und die Stromversorgung der Schweiz ist deshalb in diesem Winter auch nicht infrage gestellt.
Quellen: Agenturen & Solarmedia
Montag, 5. September 2016
So steht es um Stilllegungs- und Entsorgungsfonds
In den von den Betreibern der Kernanlagen geäufneten
Entsorgungs- und Stilllegungsfonds befanden sich Ende 2015 insgesamt
rund 6.2 Milliarden Franken (2014 6.1 Milliarden Franken). Die
Anlagerenditen im Jahr 2015 betrugen rund -0.5% (2014: +11.5%).
Die beiden Fonds decken die Kosten für den Teil der Entsorgung der radioaktiven Abfälle und der abgebrannten Brennelemente, welcher nach Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke zu finanzieren ist, sowie für die Stilllegung der Kernkraftwerke und das Zwischenlager. Die Fonds sind gemäss Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung vom 7. Dezember 2007 (SEFV; SR 732.17) der Aufsicht des Bundesrats unterstellt, der die Jahresberichte und Jahresrechnungen 2015 genehmigt und die Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds entlastet hat. In den beiden Fonds befanden sich Ende 2015 insgesamt rund 6.2 Milliarden Franken.
Kostenstudien 2011: Grundlage für die Berechnung der Beiträge der Betreiber in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bilden Kostenstudien, die gemäss SEFV alle fünf Jahre aufgrund des neusten Stands von Wissen und Technik aktualisiert werden müssen. Die voraussichtlichen Kosten für die Stilllegung der schweizerischen Kernkraftwerke, die Nachbetriebsphase und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle betragen gemäss den vom ENSI überprüften Kostenstudien 2011 insgesamt 20.654 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Die Kosten für die Nachbetriebsphase aller fünf schweizerischen Kernkraftwerke betragen 1.709 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Diese Kosten werden von den Betreibern direkt finanziert und sind nicht Teil der Fonds. Die Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds hat die Beiträge der Betreiber in die beiden Fonds für die Veranlagungsperiode 2012-2016 entsprechend verabschiedet (siehe Medienmitteilung vom 21.11.2012).
Kostenstudien 2016: Ende 2016 werden neue Kostenstudien zur Verfügung stehen. Basierend darauf werden die Fondsbeiträge für die Veranlagungsperiode 2017-2021 berechnet. Am 25. Juni 2014 hat der Bundesrat eine Revision der SEFV beschlossen. Er hat darin die Berechnungsgrundlagen für die jährlichen Beiträge angepasst, welche die Betreiber in den Stilllegungs- und in den Entsorgungsfonds einzahlen müssen. Neu werden der Kalkulation eine Anlagerendite von 3.5% und eine Teuerungsrate von 1.5% zugrunde gelegt. Zudem wird ein Sicherheitszuschlag von 30% auf die Stilllegungs- und Entsorgungskosten erhoben. Die neuen Regeln sind per 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Gestützt auf die neuen Bestimmungen hat die Verwaltungskommission eine Zwischenveranlagung vorgenommen und die Jahresbeiträge für den Rest der Veranlagungsperiode (2015 und 2016) neu festgelegt. Gegen diese neu festgelegten Jahresbeiträge hatten die beitragspflichtigen Betreiber (mit einer Ausnahme) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Das Bundesverwaltungsgericht ist mit Urteil vom 2. Mai 2016 nicht auf die Beschwerden der Betreiber eingetreten, weil die provisorischen Beitragsverfügungen als Zwischenverfügungen zu qualifizieren seien, die nicht anfechtbar sind. Inzwischen wurden den Betreibern die definitiven Beitragsverfügungen zugestellt.
Der Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke deckt die Kosten für die Entsorgung der Betriebsabfälle und der abgebrannten Brennelemente, die nach der Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke anfallen. Die Gesamtkosten für die Entsorgung belaufen sich auf rund 15.970 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Bis Ende 2015 haben die Entsorgungspflichtigen davon rund 5.4 Milliarden Franken bereits direkt bezahlt (z. B. für Forschungsarbeiten, Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, Erstellung Zentrales Zwischenlager, Beschaffung von Transport- und Lagerbehältern). Bis zur Ausserbetriebnahme werden die Entsorgungspflichtigen weitere rund 2.1 Milliarden Franken laufend und direkt bezahlen. Durch den Fonds müssen somit noch rund 8.4 Milliarden Franken mittels Jahresbeiträgen der Entsorgungspflichtigen und Vermögenserträgen erbracht werden.
Ende 2015 betrug das angesammelte Fondskapital 4‘223 Millionen Franken (2014: 4‘115 Millionen Franken). Der Soll-Betrag per 31.12.2015 beträgt 4‘101 Millionen Franken. Bei einer Anlagerendite von -0.48 % (2014: +11.5 %) weist die Erfolgsrechnung des Entsorgungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 20 Millionen Franken aus (2014: Gewinn von 418 Millionen Franken).
Stilllegungsfonds für Kernanlagen: Dieser Fonds stellt die Finanzierung der Kosten für die Stilllegung und den Abbruch der Kernanlagen sowie für die Entsorgung der dabei entstehenden radioaktiven Abfälle sicher. Die Stilllegungskosten für die fünf schweizerischen Kernkraftwerke und das Zentrale Zwischenlager in Würenlingen belaufen sich auf rund 2.974 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Diese Kosten werden vollumfänglich durch den Stilllegungsfonds, d.h. durch Jahresbeiträge der Betreiber und Vermögenserträge, gedeckt.
Ende 2015 betrug das angesammelte Fondskapital 2000 Millionen Franken (2014: 1‘951 Millionen Franken). Der Soll-Betrag per 31.12.2015 beträgt 1‘972 Millionen Franken. Bei einer Anlagerendite von -0.53 % (2014: +11.52 %) weist die Erfolgsrechnung des Stilllegungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 11 Millionen Franken (2014: Gewinn von 198 Millionen Franken) aus.
Die Jahresberichte 2015 der beiden Fonds (inklusive der dazugehörigen Jahresrechnungen) sind unter www.stenfo.ch zugänglich (in deutscher und französischer Sprache).
Adresse für Rückfragen
Geschäftsstelle STENFO, +41 31 380 79 61
Medienstelle BFE, +41 58 462 56 75
Herausgeber
Der Bundesrat
https://www.admin.ch/gov/de/start.html
Generalsekretariat UVEK
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home.html
Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch
Die beiden Fonds decken die Kosten für den Teil der Entsorgung der radioaktiven Abfälle und der abgebrannten Brennelemente, welcher nach Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke zu finanzieren ist, sowie für die Stilllegung der Kernkraftwerke und das Zwischenlager. Die Fonds sind gemäss Stilllegungs- und Entsorgungsfondsverordnung vom 7. Dezember 2007 (SEFV; SR 732.17) der Aufsicht des Bundesrats unterstellt, der die Jahresberichte und Jahresrechnungen 2015 genehmigt und die Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds entlastet hat. In den beiden Fonds befanden sich Ende 2015 insgesamt rund 6.2 Milliarden Franken.
Kostenstudien 2011: Grundlage für die Berechnung der Beiträge der Betreiber in den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds bilden Kostenstudien, die gemäss SEFV alle fünf Jahre aufgrund des neusten Stands von Wissen und Technik aktualisiert werden müssen. Die voraussichtlichen Kosten für die Stilllegung der schweizerischen Kernkraftwerke, die Nachbetriebsphase und die Entsorgung der radioaktiven Abfälle betragen gemäss den vom ENSI überprüften Kostenstudien 2011 insgesamt 20.654 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Die Kosten für die Nachbetriebsphase aller fünf schweizerischen Kernkraftwerke betragen 1.709 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Diese Kosten werden von den Betreibern direkt finanziert und sind nicht Teil der Fonds. Die Kommission für den Stilllegungsfonds und den Entsorgungsfonds hat die Beiträge der Betreiber in die beiden Fonds für die Veranlagungsperiode 2012-2016 entsprechend verabschiedet (siehe Medienmitteilung vom 21.11.2012).
Kostenstudien 2016: Ende 2016 werden neue Kostenstudien zur Verfügung stehen. Basierend darauf werden die Fondsbeiträge für die Veranlagungsperiode 2017-2021 berechnet. Am 25. Juni 2014 hat der Bundesrat eine Revision der SEFV beschlossen. Er hat darin die Berechnungsgrundlagen für die jährlichen Beiträge angepasst, welche die Betreiber in den Stilllegungs- und in den Entsorgungsfonds einzahlen müssen. Neu werden der Kalkulation eine Anlagerendite von 3.5% und eine Teuerungsrate von 1.5% zugrunde gelegt. Zudem wird ein Sicherheitszuschlag von 30% auf die Stilllegungs- und Entsorgungskosten erhoben. Die neuen Regeln sind per 1. Januar 2015 in Kraft getreten. Gestützt auf die neuen Bestimmungen hat die Verwaltungskommission eine Zwischenveranlagung vorgenommen und die Jahresbeiträge für den Rest der Veranlagungsperiode (2015 und 2016) neu festgelegt. Gegen diese neu festgelegten Jahresbeiträge hatten die beitragspflichtigen Betreiber (mit einer Ausnahme) Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht erhoben. Das Bundesverwaltungsgericht ist mit Urteil vom 2. Mai 2016 nicht auf die Beschwerden der Betreiber eingetreten, weil die provisorischen Beitragsverfügungen als Zwischenverfügungen zu qualifizieren seien, die nicht anfechtbar sind. Inzwischen wurden den Betreibern die definitiven Beitragsverfügungen zugestellt.
Der Entsorgungsfonds für Kernkraftwerke deckt die Kosten für die Entsorgung der Betriebsabfälle und der abgebrannten Brennelemente, die nach der Ausserbetriebnahme der Kernkraftwerke anfallen. Die Gesamtkosten für die Entsorgung belaufen sich auf rund 15.970 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Bis Ende 2015 haben die Entsorgungspflichtigen davon rund 5.4 Milliarden Franken bereits direkt bezahlt (z. B. für Forschungsarbeiten, Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente, Erstellung Zentrales Zwischenlager, Beschaffung von Transport- und Lagerbehältern). Bis zur Ausserbetriebnahme werden die Entsorgungspflichtigen weitere rund 2.1 Milliarden Franken laufend und direkt bezahlen. Durch den Fonds müssen somit noch rund 8.4 Milliarden Franken mittels Jahresbeiträgen der Entsorgungspflichtigen und Vermögenserträgen erbracht werden.
Ende 2015 betrug das angesammelte Fondskapital 4‘223 Millionen Franken (2014: 4‘115 Millionen Franken). Der Soll-Betrag per 31.12.2015 beträgt 4‘101 Millionen Franken. Bei einer Anlagerendite von -0.48 % (2014: +11.5 %) weist die Erfolgsrechnung des Entsorgungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 20 Millionen Franken aus (2014: Gewinn von 418 Millionen Franken).
Stilllegungsfonds für Kernanlagen: Dieser Fonds stellt die Finanzierung der Kosten für die Stilllegung und den Abbruch der Kernanlagen sowie für die Entsorgung der dabei entstehenden radioaktiven Abfälle sicher. Die Stilllegungskosten für die fünf schweizerischen Kernkraftwerke und das Zentrale Zwischenlager in Würenlingen belaufen sich auf rund 2.974 Milliarden Franken (Preisbasis 2011). Diese Kosten werden vollumfänglich durch den Stilllegungsfonds, d.h. durch Jahresbeiträge der Betreiber und Vermögenserträge, gedeckt.
Ende 2015 betrug das angesammelte Fondskapital 2000 Millionen Franken (2014: 1‘951 Millionen Franken). Der Soll-Betrag per 31.12.2015 beträgt 1‘972 Millionen Franken. Bei einer Anlagerendite von -0.53 % (2014: +11.52 %) weist die Erfolgsrechnung des Stilllegungsfonds im Berichtsjahr einen Verlust von rund 11 Millionen Franken (2014: Gewinn von 198 Millionen Franken) aus.
Die Jahresberichte 2015 der beiden Fonds (inklusive der dazugehörigen Jahresrechnungen) sind unter www.stenfo.ch zugänglich (in deutscher und französischer Sprache).
Adresse für Rückfragen
Geschäftsstelle STENFO, +41 31 380 79 61
Medienstelle BFE, +41 58 462 56 75
Herausgeber
Der Bundesrat
https://www.admin.ch/gov/de/start.html
Generalsekretariat UVEK
https://www.uvek.admin.ch/uvek/de/home.html
Bundesamt für Energie
http://www.bfe.admin.ch
Dienstag, 9. August 2016
AKW von oben gefällig? Drohne sei Dank!
Auf Youtube kursiert ein Video, das den Kühlturm des AKW Leibstadt von oben zeigt. Die Betreiber können nichts gegen die aus ihrer Sicht gefährlichen Flüge tun.
Mittwoch, 27. Juli 2016
Atomstrom unbezahlbar - Solarenergie immer preiswerter
Der Abriss des alten DDR-Atommeilers Lublin sollte ursprünglich 3,2 Milliarden Euro kosten. Doch inzwischen – so eine ARD-Dokumentation vom 25. Juli 2016 rechnen Fachleute mit mehr als den doppelten Kosten, nämlich mit über 6.5 Milliarden Euro – ohne Endlagerung. Spätestens
jetzt zeigt sich, dass die alte Behauptung vom billigen Atomstrom schon immer
eine Mär war. Atomstrom wird, wenn die Folgekosten der Müll-Lagerung mit
berechnet werden, für die Konzerne unbezahlbar. Wir alle werden als
Steuerzahler zur Kasse gebeten werden müssen. Das kann man als unfair
empfinden, aber es wird genau so kommen - von Franz Alt.
Für den Rückbau ihrer Meiler haben die vier Großkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall in Deutschland 40 Milliarden Euro zurückgestellt. Doch dieses Geld wird nicht reichen, sagt die Energieexpertin des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW) Prof. Claudia Kemfert. Sie vermutet, dass der Rückbau aller deutschen AKW bis zum Jahr 2.100 mehr als das Vierfache kosten wird, nämlich 169 Milliarden Euro.
Die Kosten für die Müllentsorgung über etwa eine Million Jahre sind ohnehin niemals zu finanzieren. Das ist weit länger als die Lebensdauer der vier deutschen Energiekonzerne. Sie wirtschaften bis heute nach dem Motto: Nach uns die Sintflut. Zur selben Zeit aber errechnen Wissenschaftler, dass der Solarstrom immer preiswerter wird. Heute kostet die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom in Deutschland etwa zehn Cent. In zehn Jahren wahrscheinlich noch fünf Cent.
Vor allem Dünnschicht-Solarzellen werden durch immer höhere Wirkungsgrade immer preisgünstiger und effizienter. Sie werden bald billigeren Strom liefern als die schmutzigen Kohle- oder Braunkohlekraftwerke, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 26. Juli 2016 auf ihrer Wissenschaftsseite. Der Strom aus der Steckdose kostet heute in Deutschland zwischen 26 und 30 Cent je Kilowattstunde. Doch in Deutschland kann Strom aus Dünnschichtzellen an Haus-Fassaden bald günstiger erzeugt werden als aus Kohle-, Braunkohle- oder Gaskraftwerken. Der Leiter des „Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung in Baden-Württemberg“ (ZSW), hält Wirkungsgrade von 24 oder 25 Prozent bei Dünnschichtzellen bald für möglich - Voraussetzungen für immer günstigere Solarstrompreise in südlichen Ländern wie Afrika, Südasien oder Südamerika. In diesen Regionen wird Solarstrom schon in wenigen Jahren für drei Cent je Kilowattstunden produziert werden können und damit unschlagbar preisgünstig sein – hauptsächlich, weil keine Brennstoffkosten anfallen. Die Sonne schickt uns keine Rechnung.
Es ist klar, wem die Zukunft gehört: Nicht dem Atomstrom. Bürger zur Sonne, zur Freiheit. Die Süddeutsche titelt: „Sonne zum Sonderpreis“. Nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch gehört die Zukunft den Erneuerbaren.
Für den Rückbau ihrer Meiler haben die vier Großkonzerne RWE, Eon, EnBW und Vattenfall in Deutschland 40 Milliarden Euro zurückgestellt. Doch dieses Geld wird nicht reichen, sagt die Energieexpertin des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW) Prof. Claudia Kemfert. Sie vermutet, dass der Rückbau aller deutschen AKW bis zum Jahr 2.100 mehr als das Vierfache kosten wird, nämlich 169 Milliarden Euro.
Die Kosten für die Müllentsorgung über etwa eine Million Jahre sind ohnehin niemals zu finanzieren. Das ist weit länger als die Lebensdauer der vier deutschen Energiekonzerne. Sie wirtschaften bis heute nach dem Motto: Nach uns die Sintflut. Zur selben Zeit aber errechnen Wissenschaftler, dass der Solarstrom immer preiswerter wird. Heute kostet die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom in Deutschland etwa zehn Cent. In zehn Jahren wahrscheinlich noch fünf Cent.
Vor allem Dünnschicht-Solarzellen werden durch immer höhere Wirkungsgrade immer preisgünstiger und effizienter. Sie werden bald billigeren Strom liefern als die schmutzigen Kohle- oder Braunkohlekraftwerke, berichtet die Süddeutsche Zeitung am 26. Juli 2016 auf ihrer Wissenschaftsseite. Der Strom aus der Steckdose kostet heute in Deutschland zwischen 26 und 30 Cent je Kilowattstunde. Doch in Deutschland kann Strom aus Dünnschichtzellen an Haus-Fassaden bald günstiger erzeugt werden als aus Kohle-, Braunkohle- oder Gaskraftwerken. Der Leiter des „Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung in Baden-Württemberg“ (ZSW), hält Wirkungsgrade von 24 oder 25 Prozent bei Dünnschichtzellen bald für möglich - Voraussetzungen für immer günstigere Solarstrompreise in südlichen Ländern wie Afrika, Südasien oder Südamerika. In diesen Regionen wird Solarstrom schon in wenigen Jahren für drei Cent je Kilowattstunden produziert werden können und damit unschlagbar preisgünstig sein – hauptsächlich, weil keine Brennstoffkosten anfallen. Die Sonne schickt uns keine Rechnung.
Es ist klar, wem die Zukunft gehört: Nicht dem Atomstrom. Bürger zur Sonne, zur Freiheit. Die Süddeutsche titelt: „Sonne zum Sonderpreis“. Nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch gehört die Zukunft den Erneuerbaren.
- Franz Alt: Auf der Sonnenseite Warum uns die Energiewende zu Gewinnern macht
- Franz Alt "Die Sonne schickt uns keine Rechnung - Neue Energie - Neue Arbeit - Neue Mobilität"
Sonntag, 26. Juni 2016
Wahnsinn hat Methode – weitere Milliarden für Kernfusion
Derzeit entsteht in Südfrankreich die Kernfusionsanlage Iter, unter Beteiligung
aller führenden Wirtschaftsnationen, so der USA, von China, Indien und auch der
EU. Der Rat der Trägerstaaten hat jetzt das Datum für erste konkrete Ergebnisse
um fünf Jahre auf 2025 verschoben und weitere rund fünf Milliarden € für die
Realisierung beschlossen.
Für das Projekt gilt schon seit 50 Jahren ein Running Gag: Die Kernfusion wird für den Menschen alle Energieprobleme lösen – in den kommenden 50 Jahren. Das Vorhaben, das Geschehen auf der Sonne quasi nachzubauen und eine unbegrenzte Energiequelle zu schaffen, steht in Tat und Wahrheit aber unter einem ähnlich schlechten Stern wie die sonstige Atomforschung: Sie ist ein Fass ohne Boden und vertröstet stets erneut auf den Sankt Nimmerleinstag, wenn es um konkrete und brauchbare Ergebnisse geht. Kommt jetzt noch der Brexit hinzu, der die internationale Atomzusammenarbeit ganz allgemein erschwert.
ITER (Apronym: englisch für International Thermonuclear Experimental Reactor, lateinisch für Weg) ist ein seit 2007 im Bau befindlicher Kernfusionsreaktor. Und die jüngste Meldung zu diesem Iter ging im Trubel des Brexit sowie der Fussball-EM unter – sie wurde aber wohlweislich vielerorts aber auch gleich unterdrückt. Nur der Neuen Zürcher Zeitung sind die Details zum Beschluss zu verdanken – während es bei der Nachricht des hiesigen Atomlobbymediums, der Website nuklearforum.ch, bei verschleiernden Informationen blieb, so hiess es wörtlich: «Am 18. Iter-Ratstreffen in St. Paul-lez-Durance am 15. und 16. Juni 2016 genehmigten Vertreter der sieben Iter-Mitglieder China, Europäische Union, Indien, Japan, Korea, Russland und Vereinigte Staaten einen revidierten Kosten- und Zeitplan.
Demnach wird der Iter im Dezember 2025 – fünf Jahre später als ursprünglich vorgesehen – den Betrieb aufnehmen. Die Erzeugung des ersten Plasmas sei jedoch nur der Anfang, so der Iter-Rat. Er forderte die Iter-Organisation auf, die Federführung zur Verlängerung des aktualisierten Kosten- und Zeitplans bis zum Deuterium-Tritium-Betrieb zu übernehmen. Der Vorschlag solle «ausreichend detailliert» sein, damit der Rat an seiner nächsten Tagung im November die überarbeiteten Projektausgangsbedingungen verabschieden könne.» Von den Kostenfolgen ist beim Nuklearforum hingegen keine Rede. Doch im Klartext bedeutet der Beschluss der Mitglieder des internationalen Iter-Projekts, dass das Projekt nicht nur erneut eine massive Verzögerung erfährt (um rund fünf Jahre), sondern dass es sich weiter massiv verteuert (zusätzlich zu den bereits beschlossenen 14 deren weitere fünf Milliarden Euro).
Davon wird auch die Schweiz betroffen sein, die sich an Iter beteiligt.
Gemäss dem Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation hat sie sich
bislang mit 183 Millionen Franken an Iter beteiligt – berücksichtigt man die
nunmehr um rund einen Drittel erhöhten Aufwendungen, wird für die Schweiz eine
weitere Kostenspritze von rund 60 Millionen fällig. Das ist immerhin fast soviel,
wie im Rahmen der Kostendeckenden Einspeisevergütung KEV hierzulande jährlich
für Solarprojekte aufgewendet werden.
Aus den USA und aus Deutschland kamen in den vergangenen beiden Jahren jeweils Berichte von grossen Fortschritten in anderen Projekten der Fusionsforschung – doch wohl aus Gründen der Geheimhaltung sind die Angaben derart vage, dass sie kaum überprüfbar sind. Gemäss http://reneweconomy.com.au/2016/nuclear-fail-new-reactor-took-43-years-to-build-shut-down-after-2-days-92176. War der Watts Bar-2 reactor nach Inbetriebnahme am 3. Juni – und einer Bauzeit von 43 Jahren – gerade mal zwei Tage am Netz und schaltete sich dann von selbst ab, Grund vorderhand unbekannt.
Für das Projekt gilt schon seit 50 Jahren ein Running Gag: Die Kernfusion wird für den Menschen alle Energieprobleme lösen – in den kommenden 50 Jahren. Das Vorhaben, das Geschehen auf der Sonne quasi nachzubauen und eine unbegrenzte Energiequelle zu schaffen, steht in Tat und Wahrheit aber unter einem ähnlich schlechten Stern wie die sonstige Atomforschung: Sie ist ein Fass ohne Boden und vertröstet stets erneut auf den Sankt Nimmerleinstag, wenn es um konkrete und brauchbare Ergebnisse geht. Kommt jetzt noch der Brexit hinzu, der die internationale Atomzusammenarbeit ganz allgemein erschwert.
ITER (Apronym: englisch für International Thermonuclear Experimental Reactor, lateinisch für Weg) ist ein seit 2007 im Bau befindlicher Kernfusionsreaktor. Und die jüngste Meldung zu diesem Iter ging im Trubel des Brexit sowie der Fussball-EM unter – sie wurde aber wohlweislich vielerorts aber auch gleich unterdrückt. Nur der Neuen Zürcher Zeitung sind die Details zum Beschluss zu verdanken – während es bei der Nachricht des hiesigen Atomlobbymediums, der Website nuklearforum.ch, bei verschleiernden Informationen blieb, so hiess es wörtlich: «Am 18. Iter-Ratstreffen in St. Paul-lez-Durance am 15. und 16. Juni 2016 genehmigten Vertreter der sieben Iter-Mitglieder China, Europäische Union, Indien, Japan, Korea, Russland und Vereinigte Staaten einen revidierten Kosten- und Zeitplan.
Demnach wird der Iter im Dezember 2025 – fünf Jahre später als ursprünglich vorgesehen – den Betrieb aufnehmen. Die Erzeugung des ersten Plasmas sei jedoch nur der Anfang, so der Iter-Rat. Er forderte die Iter-Organisation auf, die Federführung zur Verlängerung des aktualisierten Kosten- und Zeitplans bis zum Deuterium-Tritium-Betrieb zu übernehmen. Der Vorschlag solle «ausreichend detailliert» sein, damit der Rat an seiner nächsten Tagung im November die überarbeiteten Projektausgangsbedingungen verabschieden könne.» Von den Kostenfolgen ist beim Nuklearforum hingegen keine Rede. Doch im Klartext bedeutet der Beschluss der Mitglieder des internationalen Iter-Projekts, dass das Projekt nicht nur erneut eine massive Verzögerung erfährt (um rund fünf Jahre), sondern dass es sich weiter massiv verteuert (zusätzlich zu den bereits beschlossenen 14 deren weitere fünf Milliarden Euro).
Aus den USA und aus Deutschland kamen in den vergangenen beiden Jahren jeweils Berichte von grossen Fortschritten in anderen Projekten der Fusionsforschung – doch wohl aus Gründen der Geheimhaltung sind die Angaben derart vage, dass sie kaum überprüfbar sind. Gemäss http://reneweconomy.com.au/2016/nuclear-fail-new-reactor-took-43-years-to-build-shut-down-after-2-days-92176. War der Watts Bar-2 reactor nach Inbetriebnahme am 3. Juni – und einer Bauzeit von 43 Jahren – gerade mal zwei Tage am Netz und schaltete sich dann von selbst ab, Grund vorderhand unbekannt.
Und dann noch dies: Einen guten Aspekt kann man dem in dieser Woche überraschend beschlossenen Brexit vielleicht abgewinnen
– er macht die Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Grossbritannien in der
Atomtechnologie auf jeden Fall nicht einfacher. Womit das Gross-AKW-Projekt Hinkley Point, das
auf wesentliche Unterstützung französischer Technologie und
Finanzkraft zählt, unwahrscheinlicher denn je wird.
© Solarmedia Guntram Rehsche
© Solarmedia Guntram Rehsche
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